Aktion: Mahnwache gegen Abschiebungen nach Afghanistan und für eine Ausbildungsperspektive von Geflüchteten

 
Bamberg: Mahnwache gegen Abschiebungen nach Afghanistan; 2017; ©Siamak Parsa

Seit 13. Februar versammeln sich jeden Montag 100-300 Menschen am Bamberger Gabelmann, um gegen Abschiebungen in Kriegsgebiete wie Afghanistan und für Ausbildungsperspektiven von Geflüchteten zu demonstrieren. Getragen wird diese wöchentliche Mahnwache von einem gemeinsamen Bündnis aus Freund statt fremd, Netzwerk Bildung und Asyl, der interreligiösen Fraueninitiative Bamberg und betroffenen Flüchtlingen.

Ein Aktionsmodell, das sich in und über die Interkulturelle Woche hinaus überall einsetzen lässt.

Viele Vertreter*innen aus Politik, Kirchen, Schulen und Gewerkschaften sind mit Statements aufgetreten. Es gab musikalische, poetische und schauspielerische Beiträge von Künstler*innen von Bamberger Theatern, den Symphonikern, dem Künstlerhaus Villa Concordia sowie Musiker*innen aus Bamberg, Finnland und dem Iran. Die Teilnehmer*innen eint das Unverständnis über die aktuelle deutsche und bayerische Asylpolitik. Viele engagieren sich selbst für Flüchtlinge und wissen, was Abschiebungen nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für Ihr Umfeld bedeuten.

Gegen Abschiebungen in dauerhafte Kriegsgebiete, für Ausbildungsperspektiven von Asylbewerber*innen und für ein friedliches Zusammenleben in Bamberg. Die Mahnwache bietet die Gelegenheit, in Kontakt zu kommen, zu diskutieren und ein Zeichen zu setzen - für eine zukunftsfähige und menschenfreundliche Asylpolitik.

Sieben Forderungen der Mahnwache

I. Den Stopp der Abschiebungen in lebensgefährliche Kriegsgebiete wie Afghanistan und Irak und die Anerkennung der unzumutbaren Gefährdungslage in diesen Ländern.
II. Die Einhaltung von rechtsstaatlichen Verfahrensstandards (wie die fristgemäße Zustellung von Bescheiden) sowie unvoreingenommene Einzelfallprüfungen und mehr Transparenz im Asylverfahren.
III. Die Erleichterung von Arbeits- und Ausbildungsgenehmigungen für Geflüchtete.
IV. Keine Abschiebungen aus Schulen heraus.
V. Eine Politik, die sich der eigenen Mitverantwortung für globale Fluchtbewegungen stellt und Fluchtgründe wie Krieg, politische Verfolgung, Klimawandel usw. aktiv bekämpft.
VI. Eine Politik, die die Anliegen von Geflüchteten und die Expertise der Betreuungskräfte stärker einbezieht, um gemeinsam eine zukunftsfähige und menschenwürdige Asylpolitik zu gestalten.
VII. Eine in diesem Sinne ausgerichtete Politik in Bamberg Stadt und Land, die sich auch gegenüber der Bezirks-, Landes- und Bundesregierung für eine Asylpolitik einsetzt, die die Integration der Geflüchteten vor Ort ermöglicht.
 

 
Jahr:
2017
Weitere Informationen:

Kontakt:
Koordinierungsstelle für die Flüchtlingsbegleitung
im Dekanatsbezirk Bamberg
Pfarrerin Mirjam Elsel
Bamberg
Tel: 0951 29 71 59 60
mirjam.elsel@elkb.de