JUMA - Jung, muslimisch, aktiv

 
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»Nein! Eleven« ist das Motto der Gedenkaktion an die Opfer des 11. September. Junge Muslime, Juden, Christen und Bahaii widmeten hierfür ihren Song »Sweet Coexistence«. Sie wollen sich mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen für ein friedliches Miteinander und gegen den Missbrauch ihrer Religionen im Namen der Gewalt engagieren. Gefunden haben sie sich in der Themengruppe interreligiöser Dialog von JUMA und daraus JUGA – jung, gläubig, aktiv entstehen lassen. Sie organisieren Interreligiöse Poetry-Slams und gehen als Interreligious-Peers in Berliner Schulen, um mit Schülerinnen und Schülern zum Thema »Religiöse und weltanschauliche Vielfalt und Verständigung« zu arbeiten

JUMA – jung, muslimisch, aktiv ist eine Plattform für junge Menschen, die sich als muslimisch definieren und sich gesellschaftlich engagieren wollen. JUMA unterstützt junge Musliminnen und Muslime darin, aktiv, selbstbestimmt und selbstreflektiert in politischen Diskussionen mitzuwirken und gesellschaftliche Entwicklungen mitzugestalten. Seit 2010 haben über 500 Jugendliche bei JUMA mitgemacht. Viele von ihnen sind in Moscheegemeinden und in weiteren muslimischen Communities aktiv und wirken daher als Multiplikatoren.

Entscheidend für den Erfolg von JUMA ist, dass die jungen Menschen selbst entscheiden, was ihnen wichtig ist und wie sie sich einbringen wollen, dass sie die Themen und Methoden für ihre Aktivitäten im Projekt selbst aussuchen.

Ein weiteres Ziel von JUMA ist es, die Zusammenarbeit von Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener religiöser Identität und Praxis zu intensivieren. Bei JUMA sind muslimische Jugendliche unterschiedlicher Gemeinden und religiöser Ausrichtung gemeinsam aktiv. JUMA mischt seit 2010 in Berlin und seit 2014 auch in Baden-Württemberg mit.

Projektansätze und Arbeitsformen

Im Projekt setzen sich die Teilnehmenden intensiv mit Themen auseinander, die für sie als deutsche Muslime bzw. Muslime in Deutschland von Bedeutung sind. Zu den Aktivitäten zählen u.a. Diskussionsrunden mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur, die

die Jugendlichen intensiv vorbereiteten, öffentlichkeitswirksame Kampagnen bis hin zu groß angelegten Kampagnen und Veranstaltungen, über die eine breite Öffentlichkeit angesprochen wird (z.B. Umweltschutz, Abgeordnetenhauswahl, Anerkennungskampagne usw.). Begleitet werden die Maßnahmen von gruppenübergreifenden Fortbildungen und Workshops wie journalistisches Arbeiten, Pressearbeit, Reden Schreiben, Kampagnen-Organisation bis hin zu Seminaren zu Religious-Diversity.

Im Atlas zur muslimischen Jugendarbeit (http://www.muslimischer-jugendatlas.de/) stellen 33 verschiedene Jugendgruppen, die mit JUMA kooperieren, sich und ihre Arbeit vor. 2015 haben sich zudem 11 Teilnehmer aus 7 verschiedenen muslimischen Jugendgruppen im Rahmen einer 9-monatigen JUMA-Fortbildung als Türöffner qualifiziert und sind nun Ansprechpartner ihrer Organisation für Interessierte aus Gesellschaft und Politik.

Zielgruppe des Projekts

Primäre Zielgruppe des JUMA-Projekts sind muslimische Jugendliche zwischen 17 und 25 Jahren, die sich vor allem über ihre islamische Herkunft identifizieren. In dem Projekt gibt es eine große Vielfalt an jungen Musliminnen und Muslimen: Es nehmen Sunniten wie Schiiten teil. Unter ihnen folgen einige einem streng orthodoxen Islam, andere orientieren sich eher sufisch-spirituell. Viele dieser Jugendlichen sind in Moscheegemeinden oder anderen islamischen Vereinigungen aktiv.

Für das Projekt ist nicht entscheidend, wie sich ihre muslimische Identität in ihrem Leben ausdrückt. Ob sie also beten, fasten oder sonstige Rituale einhalten, ist nicht bedeutend, sondern ob sie sich selbst als muslimisch bezeichnen und sich angesprochen fühlen, wenn in der Öffentlichkeit über Muslime gesprochen wird. JUMA ist kein religiöses Projekt, aber verfolgt einen Ansatz, der junge Muslime mit ihren religiösen Bezügen aus einer ressourcenorientierten Perspektive wahrnimmt und ernstnimmt.

 
Materialheft:
Gliederung 2016
Kategorie: 
Autorin:
Lydia Nofal
Weitere Informationen:

Kofi Ohene-Dokyi (Projektleiter)
info@juma-projekt.de