Liturgische Bausteine: Gebete

 

EINGANGSGEBET
Wo du bist, Gott,
zählen Geschlecht, Hautfarbe und Herkunft nicht mehr.

Wo du wirkst, Gott,
leben Menschen und Kulturen in aller Verschiedenartigkeit miteinander.

Wo du bleibst, Gott,
 verlieren Angst, Vorurteile und Hochmut ihre Macht.

Darum lass uns, Gott,
immer wieder bei dir sein und mit dir leben.

Amen.
Text: Vera Sabine Winkler (in: Heidi Rosenstock/Hanne Köhler, Du Gott, Freundin der Menschen. Neue Texte und Lieder für Andacht und Gottesdienst, Stuttgart (Kreuz Verlag) 1991, S. 106

GEBET
Gott, du warst Mose so fremd, als du ihm begegnetest. Er schlotterte vor Angst vor deiner Stimme.

Fürchte dich nicht! War dein Satz, um Menschen in Kontakt mit dir treten zu lassen.

Fürchte dich nicht! war der Engelssatz all deiner Boten Fürchtet euch nicht, riefen die Engel den Hirten zu, als dein Sohn geboren wurde.

Schenke uns auch heute diesen Satz, wenn wir anderen Menschen begegnen und nicht weiterwissen, weil sie uns fremd sind. Denn in ihnen können wir dir begegnen.

Amen.

(Für)Bittgebet
Gott, wir bitten dich für alle, die fremd sind in unserem Land, in unserer Gemeinde. Gott, wir bitten dich für uns, denn wir sind es, die sie fremd bleiben lassen.

Gott wir bitten dich für alle, die sich rechtfertigen müssen für ihren Glauben und für ihre Tradition. Gott, wir bitten dich für uns, denn wir sind es, die ihre Werte nicht für Wert erachten.

Gott, wir bitten dich für alle, die sich nicht integrieren wollen. Gott, wir bitten dich für uns, denn es ist unsere Gemeinschaft, von der sie lieber kein Teil sein wollen.

Gott, wir bitten dich für alle, die in rassistischem Denken gefangen sind. Gott wir bitten dich für uns, weil wir meinen, wir wären es nicht.

Gott, wir bitten dich für alle, die anders sind. Gott, wir bitten dich für uns, weil wir immer noch zwischen ihnen und uns unterscheiden.

 
Materialheft:
Gliederung 2013
Weitere Informationen:

Diese Gebete sind dem Materialheft »Ohne Ansehen der Person. Der Schutz vor Rassismus als menschenrechtliche Aufgabe«, heraus gegeben von der Evangelischen Kirche in Deutschland anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember 2012, entnommen.