Liturgische Bausteine: Schuldbekenntnisse

 

Schuldbekenntnis I
Gott, du siehst mich und weißt wie es um mich steht.
Zu dir rufe ich: Vergib mir meine Schuld.

Ich bin ängstlich und fürchte mich.
Ich stelle viel zu wenig Fragen,
Und meine es zu oft zu wissen:
Wie die da so sind – Was die da so denken

Ich verstricke mich in Angstbildern und frage nicht nach:
Die »Juden«
Die »Moslems«
Die »Islamisten«
Die »Ausländer«

Ich sehe nicht auf deine Gebote,
der du uns aufträgst, jeden Menschen zu achten.

Ich verdrehe alles und fühle mich als Opfer,
 stempele »die da« zu Tätern, ohne Nachfrage, ohne Respekt.

Ich sehe, wie alles immer weiter eskaliert,
weil »die da« sich selbst als Opfer begreifen
 und immer aggressiver reagieren
und meinen Vorurteilen Nahrung geben.

Du wolltest, dass ich Friedensstifter in deinem Namen sei.

Gott, vergib mir meine Schuld
und leite mich auf deinem Weg, wo Gerechtigkeit blüht,
Gastfreundschaft und Willkommenskultur herrschen
und ich mich mutiger fühle, weil ich Nachbarn begrüße
und nicht Feindschaft säe.

Amen.

Schuldbekenntnis II
Gott, wir sind kleinmütig und verzagt. Wir schließen uns ab als Gemeinde, eine kleine verschworene Gemeinschaft gegen die Welt da draußen.

Hilf uns, uns aufzumachen, denn du hast uns befreit und ernstgemacht mit der Freiheit, dem aufrechten Gang, Wahrheit, mit Hoffnung, Mut und Frieden.

Gott, wir sind kleinmütig und verzagt, wir fürchten uns vor der Vielfalt um uns herum und schließen uns ab. Wir wollen nichts mehr wissen, sondern meinen, alles schon zu kennen.

Hilf uns, uns aufzumachen, uns zu öffnen für die Anliegen um uns herum. Lass uns begreifen, dass eine christliche Gemeinde immer eine der vielen Kulturen und Geschichten war, von Menschen, die zusammenkamen aus allen Ecken der Welt.

Gott, wir sind kleinmütig und verzagt, wie die Jünger. Bleibe bei uns und hilf uns auf.

Amen.

 
Materialheft:
Gliederung 2013
Weitere Informationen:

Diese beiden Schuldbekenntnisse sind dem Materialheft »Ohne Ansehen der Person. Der Schutz vor Rassismus als menschenrechtliche Aufgabe«, heraus gegeben von der Evangelischen Kirche in Deutschland anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember 2012, entnommen.