Über die Tellerränder - Interreligiöse Feiern im Rahmen der Interkulturellen Woche

 
Pfarrerin Costabel, OKR Leißer, Erzpriester Dr. Basioudis, Herr Aweimer, Frau Eichert und Dr. Beschnidt (v.l.n.r.) beim Friedensgebet der Religionen im Rahmen der Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2013 in Berlin-Spandau.

Die Interkulturelle Woche setzt seit fast 40 Jahren Akzente in der Einwanderungsgesellschaft. Sie hat Themen der Integration und gesellschaftlichen Teilhabe auf die Tagesordnung gebracht, lange bevor sie in der Politik angekommen sind. Diese Initiative ist von Anfang an
eine ökumenische Bewegung gewesen, initiiert und getragen von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Deutschland. Daher gehören ökumenische Gottesdienste zum Programm der Initiativen vor Ort selbstverständlich dazu.
Weniger selbstverständlich hingegen ist die gemeinsame Gestaltung von Feiern, bei der Menschen aus verschiedenen Religionen mitwirken. Und doch wird in einer wachsenden Zahl von Kommunen der Wunsch gerade nach solchen Formaten immer stärker. Zwar ist die Interkulturelle Woche keine interreligiöse Veranstaltung, aber vielerorts wirken bereits zahlreiche Gruppierungen und Träger mit, die sich ausdrücklich dem Dialog der Religionen widmen. Je nach den lokalen Bedingungen ergeben sich Möglichkeiten, die Verbundenheit der Religionen in Fragen von Integration und Teilhabe auch in besonderen Feiern zum Ausdruck zu bringen und damit das Angebot der Interkulturellen Woche um spirituelle Aspekte zu erweitern.

Auch der Ökumenische Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche hat auf das wachsende Bedürfnis nach gemeinsamen religiösen  Formen reagiert und im Rahmen der diesjährigen bundesweiten Vorbereitungstagung zu einem Friedensgebet der Religionen eingeladen. Dabei wurde darauf geachtet, dass die verschiedenen dort anwesenden Mitglieder der Religionsgemeinschaften und Konfessionen gleichermaßen 
die Möglichkeit zur Mitgestaltung bekamen und aus ihren jeweiligen Traditionen Texte und Symbole beitragen konnten.
Im Folgenden wird das Friedensgebet dokumentiert, welches am 23. Februar 2013 in Berlin gefeiert wurde.

FRIEDENSGEBET DER RELIGIONEN IM RAHMEN DER BUNDESWEITEN VORBEREITUNGSTAGUNG ZUR INTERKULTURELLEN WOCHE 2013

  • Musik
  • Begrüßung und Hinführung
  • Römisch-Katholische Lesung:
    Ezechiel 36,23b-30
  • Musik
  • Griechisch-Orthodoxe Lesung:
    Genesis 4
  • Musik
  • Muslimische Lesung:
    Sure 5,27-32
  • Musik
  • Evangelisch-Freikirchliche Lesung:
    Lukas 15
  • Musik
  • Evangelische Lesung:
    Offenbarung 21,1-5
  • Abschluss:
    Wir haben viel gemeinsam:
    Wir leben im Vertrauen auf Gott, Allah, Adonai, der Quelle von Leben und Frieden. Der Macht, die Herzen verändert. Muslime, Christen undJuden erinnern sich – und bekräftigen,dass sie dem Einen Gott vertrauen,als Kinder Abrahams, Brüder und Schwestern.
    Menschen beginnen miteinander zu sprechen; die sich fremd waren, reichen sich die Hände in Freundschaft und suchen gemeinsamnach dem Weg des Friedens.
    Für all die unschuldigen Opfer vonTerror und Gewalt für ihre Familien, ihre Freundinnen und Freunde wollen wir immer wieder beten.
    Dafür, dass ihr Lebensfunken nichtverglüht, dass sie Solidarität erfahrenund spüren, dass sie nicht ewig getrennt bleiben, dass es Liebe und Leben geben wird und dass da Menschen sind, überall auf der Welt und jeden Glaubens, die mit ihnen fühlen, mit ihnen weinen.
    Vereint sind wir in der Bitte umVerständnis, das den Streit einmal beenden wird, um Gnade, die den Hass einmal entkräften wird, undum Vergebung, welche die Rache einmal überwinden wird.
    (Thorsten Leißer, nach einem Gebet aus dem Marianum Fulda)
  • Musik
    Als Musik wurden neutrale Melodienund Töne gewählt, die bei der Konzentrationauf das Vorgetragene helfenund zugleich die  einzelnen Lesungen gliedern sollen. Aus den verschiedenenTraditionen können über die einzelnen Lesungen hinaus Symbole vorgestelltund abgelegt werden, die entweder einenAspekt des jeweiligen Textes (z.B.ein Glas Wasser bei Ez 36) herausstellen oder etwas über die Glaubenspraxis aussagen (z.B. muslimische Gebetskette).