"Lesestart" - Ein Baustein der frühkindlichen Leseförderung in den Bibliotheken

 
© Heike Schulze

Frühe Zugänge zum Lesen zu schaffen ist das Ziel des bundesweiten frühkindlichen Leseförderprogramms »Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen«, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Stiftung Lesen durchgeführt wird. Um Eltern zum Vorlesen zu motivieren, setzt die Initiative auf kostenfreie Lesestart-Sets, die je ein altersgerechtes Buch und Informationen rund ums Thema »Vorlesen und Erzählen« enthalten.

Zweite Phase von Lesestart

Seit November 2011 erhalten Eltern mit ihren einjährigen Kindern bei der U6-Untersuchung ein Lesestart-Set von ihrem Kinderarzt. In der zweiten Phase des Programms, die im November 2013 angelaufen ist, stehen die Bibliotheken im Mittelpunkt: Eltern mit dreijähri-gen Kindern können sich ihr Folgeset mit einem altersgerechten Buch, einem ins Türkische, Polnische und Russische übersetzten Vorleseratgeber, Lesetipps sowie einem Wimmelposter in ihrer Bibliothek vor Ort abholen. Insgesamt stehen für die zweite Lesestartphase 1,2 Millionen Sets zur Verfügung. Im Fokus stehen dabei Kinder, die in einem bildungsbenachteiligten Umfeld aufwachsen und denen bislang wenig oder gar nicht vorgelesen wird.

Bibliotheken – Orte der Begegnung

Bibliotheken kommt dabei eine wichtige Schlüsselfunktion zu, denn als Orte des (inter)kulturellen Zusammenlebens und Lernens können sie zur Schaffung von Chancengleichheit beitragen. Hier treffen sich Kinder und Erwachsene, hier kann man sich austauschen, für anstehende Prüfungen büffeln, Bilderbuchnachmittage genießen und Medien ausleihen. Bibliotheken sind für alle offen und bieten einen kostenfreien Bildungs- und Erfahrungsraum. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in den facettenreichen Veranstaltungen – von mehrsprachigen Vorleseangeboten über Diskussionsabende – wider, die seit vielen Jahren im Rahmen der IKW angeboten werden. Diese Aspekte machen die Bibliotheken zu geeigneten Partnern des Lesestart-Programms.

Vernetzung im Stadtteil

Damit insbesondere Familien mit dreijährigen Kindern, die Bibliotheken bislang wenig oder gar nicht in Anspruch genommen haben, von Lesestart und dem Bibliotheksangebot langfristig und nachhaltig profitieren, ist eine vernetzte Arbeit vor Ort mit sozialen und kulturellen Einrichtungen ein wichtiger Baustein. Schon jetzt finden dahingehend in vielen Kommunen enge Kooperationen zwischen Bibliotheken und lokalen Kitas, Beratungsstellen, Integrationsbeauftragten und Ausländerbeiräten sowie verschiedenen Ämtern und Behörden statt.

Positive Entwicklung weiter fördern – Was Sie tun können

Die aktuellen Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleituntersuchung zur ersten Phase von Lesestart zeigen, dass das Programm in die richtige Richtung geht: Fast alle Eltern, die die Lesestart-Sets erhalten haben, beschäftigen sich mit den Materialien, zwei Drittel davon sehr intensiv. 62 Prozent der Eltern greifen Tipps auf und erhöhen z.B. ihr Vorlesepensum im Alltag, und ein Viertel der Eltern bemerkt positive Veränderungen in ihren Einstellungen zum Thema und in ihrem Vorleseverhalten. Damit diese positive Entwicklung auch in der zweiten Phase fortgesetzt werden kann, braucht es die aktive Unterstützung von kommunalen und sozialen Einrichtungen. Hier haben die bisherigen Erfahrungen gezeigt, dass der direkte Austausch mit der Bibliothek vor Ort sowie die persönliche Ansprache von Eltern mit kleinen Kindern ein guter Weg ist. Zugleich werden in diesem Zusammenhang die mehr als 4.500 Bibliotheken, die bei Lesestart teilnehmen, regelmäßig über verschiedene Infokanäle (Newsletter, Leitfaden, Webinare) auf die Bedeutung der Vernetzungsarbeit hingewiesen. Dabei spielen vor allem die kommunalen Inte­gra­tions­be­auf­trag­ten und Ausländerbeiräte als gute Austausch- und Vernetzungspartner eine wichtige Rolle. Dies bietet die Chance, Familien unterschiedlicher Herkunft auf das Angebot der Bibliotheken und auf das kostenfreie Lesestart-Set aufmerksam zu machen sowie für weiterführende Kooperationen zu werben, für die die IKW 2014 eine hervorragende Gelegenheit bietet.

 
Materialheft:
Gliederung 2014
Weitere Informationen:

Weitere Informationen zu Lesestart und seinen Beteiligungsmöglichkeiten gibt es auf www.lesestart.de sowie auf www.facebook.com/lesestart

Kontakt:
Stephanie Lange
Tel. 06131 / 288 90 68
Stephanie.Lange@Stiftunglesen.de