Stopp, so nicht! Über den Umgang mit rechtsextremen Äußerungen

 

Was ist am Umgang mit rechtsextremen Äußerungen anders als am Umgang mit dummen Sprüchen im Allgemeinen? Blöde Bemerkungen oder auch persönliche Angriffe kommen immer wieder vor und es gibt ausreichend Instrumentarien, um damit umzugehen.

Warum die Mühe, sich für rechtsextreme Äußerungen eigens Gedanken zu machen? Der wesentliche Faktor, der es verlangt, dass Bürger_innen rechtsextremen Äußerungen etwas entgegensetzen, ist die Gewalt und die Gewaltbereitschaft den anderen gegenüber. Diese Gewalt und Gewaltbereitschaft oder Gewaltduldung dürfen wir nicht ignorieren, stehen lassen, tolerieren. Wir müssen sie bekämpfen, und zwar von der kleinsten Äußerung, dem ersten diskriminierenden Witz an.Wie sollen wir sonst leben in einem Land, in dem es möglich ist, dass Menschen applaudieren, wenn ein Wohnheim für Asylsuchende niedergebrannt wird oder es Gebiete in Deutschland gibt, in die sie sich aufgrund ihres Aussehens nicht mehr hintrauen?

Wie sollen wir sonst in einem Land leben, in dem jahrelang Migranten von einer braunen Terrorzelle hingerichtet wurden, ohne dass die Fachbehörden und Polizei einen Zusammenhang zu rechtsextremen und ausländerfeindlichen Taten erkennen konnten? Nun kann die berechtigte Frage gestellt werden, ob eine Diskussion mit Rechtsextremisten überhaupt Sinn macht und ob so eine Kommunikation überhaupt »zu gewinnen« ist. In der Tat gibt es Grenzen, inwieweit eine Diskussion mit Fundamentalisten lohnt.

Sicherlich sollte man ein längeres, reines Schlagabtauschgefecht eher vermeiden. Allerdings darf es nicht sein, dass rechtsextreme Aussagen und krude Behauptungen bis hin zu Beschimpfungen immer und überall so stehen gelassen werden.

Diese Broschüre soll allen Demokraten das nötige kommunikative Handwerkszeug geben, das dabei hilft, rechten Äußerungen stark entgegenzutreten und so

– ein politisches Zeichen zu setzen,
– sich in der eigenen Haut wohler zu fühlen,
– Dritte zu beeindrucken und
– Einzelne zum Nachdenken zu bringen.

Angesichts rechtsextremer Äußerungen verstummen viele Menschen oder sie reagieren und haben dann das Gefühl, dass ihre Antwort entweder zu schwach oder zu aggressiv war. Diese Broschüre soll zeigen, welche Reaktionen und Regeln möglich und sinnvoll sind. Wenn Menschen wissen, wie und mit welchem Ergebnis sie reagieren können, dann ist die Chance deutlich höher, dass sie es auch tun.

 
Materialheft:
Gliederung 2014
Autorin:
Uta Gröschel
Weitere Informationen:

Referent_innen zu diesem Thema für Veranstaltungen im Rahmen der Interkulturellen Woche vermittelt Ihnen gerne bundesweit:

Oliver Venzke
Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie
Bezirk Hamburg/Harburg
Tel.: 040 / 28 00 96-14
oliver.venzke@igbce.de