Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern.

 
Foto: Ines Pelny

Das diesjährige Motto der Interkulturellen Woche lautet »Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern«. Hierzu kamen mir sehr unterschiedliche Gedanken. Gemeinsamkeiten sehe ich viele, aber Unterschiede feiern?

Mein erster Gedanke war, was können wir dazu beitragen, dass Unterschiede zur Normalität unserer Gesellschaft gehören, ohne dabei Migrantengruppen zu problematisieren und vornehmlich als hilfebedürftig anzusehen, ohne Menschen, die längst Teil unserer Gesellschaft sind, weiterhin von uns zu unterscheiden und ohne das »Andere« zu konstruieren und als Kriterium zu betrachten, welches trennend wirkt, Sartre meinte:
»Wir benötigen aber den anderen, um uns selbst zu begegnen, denn wir erkennen uns durch ihn, indem wir uns vorstellen, wie er uns sieht.«

Die Chance und der Gedanke der Selbstreflexion darin sind auf gesellschaftlicher und individueller Ebene relevant. Das heißt, wir müssen auch weiterhin Zustände benennen und von Rassismus reden, um uns in die Lage zu versetzen, dagegen anzugehen.

Das Motto der Interkulturellen Woche bedeutet für mich auch, dass sich Alle als integraler Bestandteil der Gesellschaft fühlen können und ihre Eigenheiten bewahren dürfen, ohne sich assimilieren zu müssen. Oder wie Seyla Benhabib schreibt: »Gleichheit braucht nicht länger als Gleichartigkeit verstanden zu werden, vielmehr bedeutet Gleichheit in einer reifen liberalen Demokratie die Gleichwertigkeit derjenigen, die verschieden sind im Hinblick auf Religion, Volkszugehörigkeit, Sprache oder sexuelle Präferenz.«

So betrachtet feiere ich gerne Unterschiede!

 

 
Materialheft:
Gliederung 2014
Autorin:
Anuschka Abutalebi
Weitere Informationen:

Anuschka Abutalebi ist Migrations- und Integrationsbeauftragte der Stadt Erfurt.

Kontakt:
Tel.: 0361 / 65 51 045
anuschka.abutalebi@erfurt.de