Gebete und Fürbitten

 

Eingangsgebet zu Johannes 8,31

»Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr
wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen,
und die Wahrheit wird euch frei machen.«
(Johannes 8,31)

Jesus, Du Gottes-Menschensohn,
Du Heiland der Welt,
Du Eines Wort Gottes:
Du hast uns gelehrt, was Recht ist und was Not tut,
damit Menschen Leben haben und miteinander leben können,
erlöst, befreit, im Frieden.
Durch Dich erkennen wir, worauf es ankommt,
in den seligen Zeiten unseres Daseins und in den Krisen,
die wir durchleben.
Dein Wort hast Du uns ins Herz gegeben und Deine Wahrheit
in unseren Verstand gelegt:
Stärke uns, fröhlich und mutig dafür einzustehen,
wo klare Worte nötig sind,
wo die Wahrheit verteidigt werden muss,
wenn wir die Stimme für andere sein sollen,
damit Recht geschieht.
Dein Wort sei unser Leitstern, durch das Dunkel hindurch
in den neuen Tag und
Deine Wahrheit das Maß von allem, was wir tun.
So machst Du uns frei, uns der Welt zu stellen und Dir zu leben.
Amen

Sabine Dreßler

Gebet 

Bei dir Gott zählen Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht nicht.
Wo dein Geist weht, leben Menschen in Vielfalt friedlich zusammen.
Wo du bist, Gott, verliert sich die Angst. Vorurteile und Hochmut
haben keine Macht mehr.
Gott, bei dir wollen wir sein, mit dir wollen wir leben.
Amen.

Prayer God, you do not care about our origins, skin color or gender.
Where your spirit blows, people of different backgrounds live
together in peace.
Where you are, God, fear recedes. Prejudice and pride lose their power.
God, we want to be with you, we want to live with you.
Amen.

Aus: Abendgebet zum Gedenken an / Evening Prayer in Memory of Martin Luther King, EKD 2018

Fürbittgebet

Gott im Himmel, Gott auf der Erde,
Dein Wort lässt uns leben,
Dein Wort verwandelt uns.
Darum bringen wir vor Dein Ohr unsere Bitten für die Ungetrösteten, die Verachteten,
für die Verfolgten,
für die, denen Gewalt angetan wird.
Wir legen Dir unsere Sorgen ans Herz um die Verletzten, die Kranken, um die Heimatlosen und die Verunsicherten.
Wir bringen Dir
ihre Angst und ihr Leid
und wir vertrauen darauf,
dass Du die Unruhe, die Schmerzen,
die Bitterkeit,
das Unrecht
fortnimmst,
das Dein Volk bedrückt.
Wir bitten Dich auch für uns
und für alle Glieder Deines Leibes:
dass Deine Wahrheit uns die Kraft gibt,
mutige Zeugen und Kämpferinnen zu sein
für Deine Liebe
und für die Versöhnung dieser Welt.
Amen.

Sabine Dreßler, aus einer Abendmahlsliturgie, zuerst erschienen in: »Nach Gottes Wort reformiert«, Magazin zum Reformationsjubiläum; hrsg. vom Reformierten Bund, der Evang.-ref. Kirche, der Lippischen Landeskirche und der Evang.-ref. Landeskirche des Kantons Zürich, 2017