Bundesweiter Auftakt zur Interkulturellen Woche am 21.9.2013 in Kiel: Nachdenklich und fröhlich, kreativ und engagiert

 

Kiel: Der erste Interkultureller Umzug in Kiel am 21.9.2013 (Foto: Axel Nickolaus)Höhepunkt des Auftaktsprogramms war ab 14:30 Uhr der interkulturelle Umzug unter dem Motto "Eine Stadt für alle - Kiel ohne Rassismus". Über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Vereinen, Verbänden, Musik- und Tanzgruppen sowie Gewerkschaften gestalteten den Umzug fantasievoll mit Trachten und Kostümen, Spruchbändern und Plakaten. Gäste sowie Zuschauerinnen und Zuschauer waren herzlich dazu eingeladen, sich dem Umzug anzuschließen.
Mit Liedern für Frieden und Gleichberechtigung der Kulturen und des Ernst-Busch-Chores Kiel begann der Umzug. Als Trommeln den Zug an besonderen Orten auf dem Weg durch die Stadt stoppten, gab es kurze Statements zu Diskriminierung, Zivilcourage und Rassismus früher und heute.
Zum Start wurde der Sänger und Schauspieler Ernst Busch (1900 bis 1980), der für Frieden und Gleichberechtigung der Kulturen steht, vorgestellt. Vor dem Bahnhof auf dem Platz der Kieler Matrosen sprach Ulrich Stangen von der IG Metall über den Matrosenaufstand von 1918, der das Ende des Ersten Weltkrieges einläutete.
Christel Piper von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes ging im Gängeviertel auf die Judenverfolgung ein. Vor dem Opernhaus erinnerte Generalintendant Daniel Karasek an den Überfall von Neonazis auf einen Künstler des Theaters im Jahr 2009.
Jugendorganisationen waren in besonderer Art beim Umzug aktiv: Sie organisierten einen Flashmob und luden alle ein, mitzumachen. Getanzt wurde nach dem italienischen Song Il Pulcino Pio (Das kleine Küken piept), der als Ohrwurm das Radio und Internet erobert hat. Gegen 17 Uhr erreichte der Umzug den Alten Markt. Dort hielt Landtagspräsident Klaus Schlie vor der St. Nikolaikirche ein Grußwort.

 

Gegen die GFoto: Johannes Brandstäterrenzen und Vorurteile im Kopf hatten bereits von 12 bis 16 Uhr junge Flüchtlinge aus dem Projekt der Handwerkskammer Lübeck „Land in Sicht – Handwerk ist interkulturell“ eine symbolische Mauer gebaut und vor der St. Nikolaikirche aufgestellt. Die Mauer war zum Motto der bundesweiten Interkulturellen Woche „Rassismus entsteht im Kopf. Offenheit auch“ errichtet worden. An dieser Mauer konnten Kielerinnen und Kieler ihre Gedanken zu Integration, Rassismus und Toleranz anbringen. Diese Styropor-Wand stand auch bei den Open-Air-Themen-Tagen zur Kieler IKW  auf dem Asmus-Bremer-Platz und regte dort die Passanten zum Nachdenken an.

Gegen 18 Uhr läuteten die Glocken der Nikolaikirche und luden zum bundesweiten Ökumenischen Auftaktgottesdienst in der Kieler St. Nikolaikirche ein.

An diesem Gottesdienst, der unter dem Motto der IKW 2013 statt fand: "Wer offen ist, kann mehr erleben.“ wirkten  der Archimandrit Athenagoras Ziliaskopoulos – Griechisch-Orthodoxe Ökumenischer Auftaktgottesdienst am 21.9.2013 in Kiel (Foto: Axel Nickolaus)Metropolie von Deutschland, Landesbischof Gerhard Ulrich – Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, Geistlicher Rat Georg Bergner in Vertretung des erkrankten Weihbischofs Norbert Werbs – Erzbistum Hamburg, Vertreterinnen und Vertretern des Interreligiösen Arbeitskreises Kiel sowie der afrikanischen Chor „Amour de Dieu“mit.
- Pressemitteilung zum Auftakt: / Pressmitteilung der EKD/DBK
- Die Predigt vom Geistlichen Rat Georg Bergner: Download
- Einführung und Begrüßung von Landesbischof Gerhard Ulrich: Download

 

Der Bundesauftakt der Interkulturellen Woche endete mit dem Empfang im Rathaus um 19 Uhr. Stadtpräsident Hans-Werner Tovar begrüßte gemeinsam mit Gabriele Erpenbeck, Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur bundesweiten Interkulturellen Woche, die Gäste. Die Schule für Schauspiel in der Landeshauptstadt Kiel spielte Theaterszenen zum Thema „Rassismus im Alltag" und es wurden Spots gegen Rassismus gezeigt. Afghanische Musik rundete den Abend ab.
- / Fotogalerie zum Auftakt 2013 in Kiel

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen zum Auftakt sowie zur gesamten IKW in Kiel erhalten Sie im Kieler Programm (s. Programm oder Links).

- Anfragen zur bundesweiten IKW: An den ÖVA unter 069/24 23 14 - 60.
- Anfragen zum Kieler Progamm bitte an das Referat für Migration: Tel.: 0341 / 901 - 24 30