Arbeitsgruppe 5: „Geschichte(n) in der Migrationsgesellschaft“ - Lesung und Gespräch

 

Lesung und Gespräch „Geschichte(n) in der Migrationsgesellschaft“

Geschichte in der Migrationsgesellschaft ist vielfältig – so vielfältig wie die Perspektiven in den Essay-Texten dieser Lesung. Die Autorinnen sprechen über die nationalsozialistische Geschichte und ihre Relevanz für das heutige Zusammenleben in einer von Migration geprägten Gesellschaft. Dabei thematisieren sie auch eigene biografischen Erfahrungen und persönliche Perspektiven auf die Geschichte. Im anschließenden Podium möchten wir Sie einladen, über die Bedeutung der historisch-politischen Bildung in der Migrationsgesellschaft ins Gespräch zu kommen.

Auf der Grundlage der Publikation „Wir müssen unseren Kindern von der Geschichte der Sinti und Roma erzählen“, wirken als Referentinnen sowie als Moderatorin an der Lesung und dem sich anschließenden Gespräch mit:

  • Oyebukola „Buki“ Oyelekan, geboren 1977 in Lagos, Nigeria, lebt seit 2007 in Deutschland und war von 2015 bis 2017 Stadtteilmutter in Neukölln. Heute arbeitet sie als Projektkoordinatorin in einem Kinder-, Jugend- und Familienzentrum des Diakoniewerks Simeon. Darüber hinaus engagiert Oyelekan sich in der afrikanischen Community in Berlin. Berufsbegleitend studiert sie Soziale Arbeit. 2016 nahm sie an dem Bildungsprogramm „Neuköllner Stadtteilmütter auf den Spuren der NS-Geschichte“ teil und verfasste den Essay-Text „Label“, der Fremdzuschreibungen und Rassismus in unserer Gesellschaft thematisiert.
  • Nuriye S. arbeitet seit 2004 als Stadtteilmutter, seit 2013 auch als Integrationslotsin in Neukölln und informiert Familien zu den Themen Bildung, Erziehung und Gesundheit. Sie unterstützt als Sprach- und Kulturmittlerin Institutionen wie Schulen, Kitas und den KJGD und begleitet Familien in die Beratungsstellen. Sie baute ein Eltern-Bildungscafé in einer Neuköllner Moschee auf. 2005 gehörte S. als Teilnehmerin der ersten Generation Neuköllner Stadtteilmütter zu den Mit-Initiatorinnen des Projektes „Neuköllner Stadtteilmütter auf den Spuren der NS-Geschichte“. Heute gestaltet sie die Bildungsprogramme in dem Projekt selbst mit.
  • Danuta Treder wurde 1961 in Polen geboren. Seit 2011 arbeitet sie als Stadtteilmutter in Neukölln. In einem interkulturellen Familienzentrum im Schillerkiez bietet sie wöchentlich ein Bilderbuchkino zur Sprachförderung und Kreativ-Workshops für Kinder an. 2016 nahm sie an dem Bildungsprogramm „Neuköllner Stadtteilmütter auf den Spuren der NS-Geschichte“ teil und setzte sich dadurch auch erneut mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinander. Ihr Großvater hatte Auschwitz überlebt und in einem Brief an ihre Mutter beschreibt Treder, welche Bedeutung die Geschichte für sie heute hat.
  • Jutta Weduwen ist Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und Mitglied im Ökumenischen Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche. Sie begleitete das Projekt „Neuköllner Stadtteilmütter auf den Spuren der NS-Geschichte“ seit Anfang an.

Bundesweite Tagung zur Interkulturellen Woche vom 15. bis 16. Februar 2019, Evangelisches Johannesstift Berlin-Spandau