Was tun, wenn Engagement zum Angriffspunkt wird?
Wer sich vor Ort für andere einsetzt, Menschen zusammenbringt, Ausgrenzung widerspricht oder gesellschaftliche Verantwortung übernimmt, kann Gegenwind erleben. Persönliche Anfeindungen, aggressive Kommentare im Netz, Shitstorms oder gezielte Versuche, einzelne Personen und ganze Organisationen öffentlich unter Druck zu setzen, gehören für viele Engagierte inzwischen zur Realität.
Besonders Akteure der extremen Rechten, aber auch andere extremistische und menschenfeindliche Gruppen, nutzen solche Strategien gezielt. Sie provozieren, greifen einzelne Personen heraus, verschärfen Konflikte und versuchen, Themen und Debatten nach ihren eigenen Regeln zu bestimmen. Das kann verunsichern und Haupt- wie Ehrenamtliche stark belasten.
Die kostenlose Online-Workshopreihe "Haltung zeigen – sicher handeln" des Vereins Zukunft Demokratie unterstützt Menschen dabei, solche Situationen besser einzuschätzen, sich vorzubereiten und auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben. Sie richtet sich insbesondere an Haupt- und Ehrenamtliche in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen, steht aber ebenso Engagierten aus Vereinen, Initiativen und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen offen.
In neun Online-Workshops von jeweils 75 bis 90 Minuten Dauer werden zwischen Oktober 2026 und März 2027 fachliche Inputs mit konkreten Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten aus der Praxis verbunden. Im Fokus stehen Fragen wie: Wie lassen sich kommunikative Angriffe erkennen, einordnen und welche Strategien gibt es im Umgang? Wie können sich Organisationen und einzelne Engagierte so vorbereiten, dass sie auch unter Druck handlungsfähig bleiben? Und wie kann Kirche klar Position beziehen, wenn Menschen abgewertet oder ausgegrenzt werden?
Geplante Themen sind u.a.:
- Umgang mit Rechtsextremismus und rechtsextremen Bedrohungslagen
- Hoffnung als Kommunikationsmittel
- Soziale Medien als Kampfzone
- Organisationale Resilienz
- Kirche als Ziel rechtsextremer Angriffe
Die Reihe richtet sich sowohl an Menschen, die bereits Anfeindungen oder Angriffe erlebt haben, als auch an diejenigen, die sich rechtzeitig darauf vorbereiten möchten.
Die Anmeldung ist unter diesem Link möglich.
Programm
21. Oktober, 18:30 Uhr: Zwischen Aneignung und Mimikry: Aktuelle Strategien der extremen Rechten
Rechtsextremismus ist ein dynamisches Phänomen, das sich konstant weiterentwickelt. In der Auftaktveranstaltung zur Reihe Haltung zeigen - sicher handeln, werfen wir einen erklärenden Blick auf das Phänomen Rechtsextremismus. Das Webinar liefert Einblicke in vergangene Entwicklungen und aktuelle Strategien einer heterogenen Szene.
Referenten:
Benjamin Winkler leitet das Leipziger Büro der Amadeu Antonio Stiftung. Er koordiniert Projekte zum Umgang mit Verschwörungserzählungen, der Stärkung ländlicher Räume und dem Umgang mit Rechtsextremismus an Schulen.
Lukas Jocher setzt sich seit vielen Jahren mit Geschichte und Gegenwart der extremen Rechten auseinander. Er leitet die Kommunikationsarbeit von Zukunft Demokratie.
04. November 2026, 18:00 Uhr: Shitstorm, Anzeigen, Einschüchterung – Welchen Angriffsstrategien sind Engagierte ausgesetzt und wie können sie darauf reagieren?
Der Druck auf zivilgesellschaftliche Initiativen stieg in den vergangenen Jahren immens: Ob im digitalen Raum oder im analogen Leben – Einschüchterungsversuche nehmen zu. In akuten Situationen wirkt dies zunächst häufig überfordernd, doch es ist möglich, sich darauf vorzubereiten und diese Angriffe als Chance zu nutzen.
Referenten:
Nico Westermann ist freier Kommunikationsberater und Digitalexperte.
Lukas Jocher (Zukunft Demokratie) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Strategien der extremen Rechten.
Das weitere Programm wird fortlaufend ergänzt. Die Workshops bauen inhaltlich aufeinander auf, können aber auch einzeln besucht werden.
Anmeldung für einzelne Termine oder die gesamte Reihe: https://tinyurl.com/Haltung-Zeigen
Die Online-Workshops dauern jeweils 75 bis 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Informationen zu weiteren Terminen und den Zugangslinks erhalten angemeldete Teilnehmer:innen rechtzeitig vorab per E-Mail. Rückfragen bitte an: info@zukunftdemokratie.org
Die Reihe wird gefördert durch die Evangelische Kirche in Deutschland
Zukunft Demokratie e. V.
E-Mail: info@zukunftdemokratie.org