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Aktuelles

Am Dienstag, 28. Juli, wird Aziz M. (Name geändert) bei einem Termin in der Ausländerbehörde Dachau von der Polizei empfangen und anschießend dem Haftrichter vorgeführt. Er soll in Abschiebehaft genommen und in den Iran abgeschoben werden. Eigentlich hatte Aziz M. gehofft seine Duldung mit der Arbeitserlaubnis, die er während der Corona-Krise erhalten hatte um als Erntehelfer zu arbeiten, bei diesem Termin verlängern zu können.

"Wir alle dürfen nicht länger verschweigen, verharmlosen oder wegschauen, wenn Antiziganismus und Antisemitismus sich kundtun und wenn Nationalisten und rechte Organisationen unsere demokratischen Werte und den Rechtsstaat beseitigen wollen." Das sagte Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, am 2. August bei einem Gedenkakt im ehemaligen Vernichtingslager Birkenau.

Herbert Leuninger war Sprecher von PRO ASYL und Kopf der PRO ASYL-Bewegung, als es 1993 um den Kahlschlag des Asylrechts in Deutschland ging. Er kämpfte gegen Rassismus und rechtsextreme Gewalt und prangerte eine Politik an, die immer wieder davor eingeknickt war. Leuninger hat sein Leben der Verteidigung von Flüchtlings- und Menschenrechten gewidmet. Am 28. Juli ist er im Alter von 87 Jahren in Limburg gestorben.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte empfiehlt Bund und Ländern, ihre polizeiliche Praxis mit Blick auf Racial Profiling zu überprüfen. "Die Methode des Racial Profiling ist grund- und menschenrechtswidrig", erklärte Beate Rudolf, die Direktorin des Instituts. "Eine (selbst-)kritische Auseinandersetzung mit polizeilicher Praxis sollte im Rechtsstaat selbstverständlich sein", so Rudolf weiter.

Am 24. Juli sollen 928 Geflüchtete von den griechischen Inseln in Deutschland ankommen - 243 Kinder und ihre Angehörigen. Zu wenig, sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland: "Angesichts der katastrophalen Situation der Menschen in den Flüchtlingslagern in Griechenland muss Deutschland sich bereit erklären, mehr Menschen, insbesondere Kinder aus Griechenland aufzunehmen."

In diesem Jahr verleiht die Stiftung PRO ASYL ihren Menschenrechtspreis an Marion Bayer (Hanau), Hela Kanakane (Tunis) und Hagen Kopp (Hanau) von Watch the Med – Alarm Phone. Seit mehr als fünf Jahren beantworten Mitglieder von Alarm Phone Notrufe von Schutzsuchenden, die auf dem lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa in Seenot geraten. Mit fast 3.200 Booten war das Alarm Phone bislang in Kontakt.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Hefteinträge

Tag des Flüchtlings im Rahmen der IKW

Mit der Gründung von PRO ASYL im Jahr 1986 wurde auch der Tag des Flüchtlings ins Leben gerufen, der seitdem integraler Bestandteil der Interkulturellen Woche ist. Er findet immer am Freitag der Aktionswoche statt – 2020 ist der Termin der 2. Oktober. Der Aktionstag bietet die Gelegenheit, noch einmal besonders auf die Themen, Flucht, Asyl, Migration und Seenotrettung aufmerksam zu machen.

Junge Freiwillige desinfizieren die Straßen in einem überwiegend von Roma bewohnten Viertel der bulgarischen Stadt Varna.
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

In Zeiten der Corona-Pandemie tritt der allgegenwärtige Antiziganismus in Europa ganz besonders deutlich zutage. Wieder einmal werden Sinti und Roma pauschal diskriminiert, werden Angehörige der Minderheit als Seuchenträger ins Visier genommen und diffamiert, auch von staatlicher Seite. Solche Mechanismen sind nicht neu, vielmehr gab es sie schon vor Jahrhunderten, wie ein Blick in die Geschichte verrät.

Die EMRK wurde am 4. November 1950 in Rom von Mitgliedern des Europarats unterzeichnet.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verkörpert die Idee eines Europa der Menschenrechte. Was das Dokument wert ist und ob die große Idee Gültigkeit hat, lässt sich im Jahr 2020 jeden Tag an den europäischen Außengrenzen messen. Dort herrscht eine Realität für geflüchtete Menschen, die sich mit Not, Verzweiflung und Entrechtung umschreiben lässt.

Das International Welcome Center in Heidelberg.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die städtische Ausländerbehörde unter einem Dach mit dem Interkulturellen Zentrum – was auf den ersten Blick fast unmöglich erscheint, ist in Heidelberg seit über drei Jahren Realität. Dort eröffnete im Dezember 2016 in Gebäuden einer rehemaligen Tabakfabrik das "International Welcome Center" (IWC). Damit wurde eine deutschlandweit einmalige Institution geschaffen.

Videos

Video-Übersicht

Der Animationsfilm erklärt, wo die Interkulturelle Woche herkommt, was ihre Ziele sind und was während der IKW eigentlich passiert. Er darf gerne weiterverbreitet werden. Gerade in Zeiten mit Kontakteinschränkungen kann der Film als Inspiration für Ihre Kinder- und Jugendarbeit hilfreich sein, etwa im Unterricht oder der Konfigruppe. Wir sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen.

Wir begleiten Aysun Aydemir, die Integrationsbeauftragte der Stadt Lünen in Westfalen, einen Tag lang bei „ihrer“ Interkulturellen Woche. Sie zeigt uns in beeindruckender Weise, was in einer Stadt möglich ist, wenn Organisierende, Verwaltung und Schulen an einem Strang ziehen. Nutzen Sie diesen Film, um die IKW in Ihrem Umfeld bekannt(er) zu machen.

Ignacio erzählt, warum er aus Nicaragua fliehen musste. Ein Video zum 106. "Welttag des Migranten und des Flüchtlings", der von Papst Franziskus ausgerufen wurde. Er findet in diesem Jahr am 27. September statt und ist Bestandteil der Interkulturellen Woche, die vom 27. September bis zum 4. Oktober läuft. Weitere Informationen gibt es hier.

Good Practice

Dieses Motiv hat Albert-Schweitzer-Grundschule gestaltet. Foto: Albert-Schweitzer-Schule

"Flagge zeigen", heißt eine Aktion, die in Bottrop zur Interkulturellen Woche 2020 organisiert wird. Dabei gestalten viele Beteiligte jeweils ein Teil eines großen Banners zum IKW-Motto "Zusammen leben, zusammen wachsen." Das große Ganze wird dann unter anderem am Rathaus der Stadt Bottrop aufgehängt. Die ersten Werke sind bereits fertig.

Rebecca Klukas und Dyaa Kassoma beim Musikvideodreh auf dem Sachsenring. Foto: Tobias Bieheim

Die Interkulturelle Woche im Landkreis Zwickau hat in diesem Jahr einen offiziellen Song: "Frag mich" heißt das Lied des Musikduos Rebecca Klukas und Dyaa Kassoma. Die beiden haben im Rahmen des interkulturellen Musikprojektes "Zusammen" einen Song umgesetzt, der an das aktuelle Motto der IKW "Zusammen leben, zusammen wachsen." anknüpft.

Alice Hasters liest in Aschaffenburg aus ihrem aktuellen Buch.

Die Corona-Pandemie sorgt auch bei der Interkulturellen Woche dafür, dass dieses Jahr viele Veranstaltungen digital stattfinden. Auch in Aschaffenburg ist das so, doch das war den dortigen Organisierenden nicht genug - und so wird die Veranstaltung mit der Autorin Alice Hasters nun in ein örtliches Programmkino übertragen.

Ein Blatt des Interkulturellen Kalenders im Kreis Nordfriesland.

Die nördlichste Interkulturelle Woche der Republik findet im Kreis Nordfriesland statt. Dort hatten die Organisierenden 2019 eine Aktionsidee, die komplett digital abläuft: Sie verschickten per E-Mail vom 1. September bis zum 3. Oktober den Interkulturellen Kalender, um die Buntheit und Vielfalt des Lebens im Kreis zu feiern.

Daniela von Bremen und Eiccafé-Betreiber Rino Micacchioni präsentieren das Integrationseis.

In Bottrop wurde anlässlich des Stadtkirchentages diese Leckerei erfunden, die nicht nur gut schmeckt, sondern auch Menschen ins Gespräch bringt: das Integrationseis. Das in einer schwarzen Waffel servierte helle Eis kommt zunächst etwas klischeehaft daher, doch der erste Eindruck kann - wie bei Menschen - täuschen.

Eigentlich wäre das Theater "Wort und Herzschlag" gerade deutschlandweit mit seinem neuen Stück "Die Mittelmeer-Monologe" unterwegs. Das war während des Lockdowns natürlich nicht möglich – und darum hat sich die "Wort und Herzschlag"-Truppe eine Alternative überlegt: Das "1:1-Telefon-Theater" - eine Möglichkeit auch für die IKW.