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Aktuelles

Wenn der Bundestag in diesem Jahr keinen Haushalt für 2024 mehr beschließt, tritt ab dem 1. Januar die "vorläufige Haushaltsführung" in Kraft. Doch was routiniert klingt, ist in der Praxis höchst problematisch. Viele Träger sozialer Projekte und Dienste blicken nun mit großer Sorge in die Zukunft. Die Diakonie und andere zivilgesellschaftliche Initiativen warnen angesichts der anhaltenden Haushaltskrise vor gravierenden Folgeschäden.

Zwei Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nehmen Geflüchtete der Jahre 2015 und 2016 in den Fokus. Die Ergebnisse: Die Erwerbstätigkeit steigt mit der Zeit deutlich, vergleichsweise viele Personen schaffen den Aufstieg in höhere Positionen. Außerdem geht die Erwerbstätigkeit der Frau auch bei Geflüchteten mit einer deutlich egalitäreren Aufteilung von unbezahlter Sorgearbeit einher.

Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat beschlossen, mit einer bundesweiten Kollekte zugunsten von United4Rescue die zivile Seenotrettung zu unterstützen. Laut Beschlusstext bittet das Kirchenparlament den zuständigen Haushaltsausschuss, eine entsprechende EKD-weite Kollekte im Jahr 2025 vorzusehen. Dann würde in rund 12.700 evangelischen Kirchengemeinden bundesweit für das Seenotrettungsbündnis gesammelt.

Bereits Anfang November hat die Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit CLAIM vor einer akuten Zunahme von antimuslimischem Rassismus in Deutschland gewarnt. CLAIM hat im Zeitraum vom 9.10. bis 29.11.2023 bereits 187 Fälle von gewaltvollen antimuslimischen Übergriffen, Beleidigungen, Drohungen und Diskriminierungen dokumentiert. Die Vorfälle umfassen über 149 Angriffe gegen Einzelpersonen oder Gruppen.

Die Bundesregierung plant derzeit eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts. Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) hat untersucht, welche Anpassungen die Bevölkerung positiv und welche negativ bewertet, wie groß das derzeitige Interesse an der deutschen Staatsangehörigkeit unter Berechtigten ist und ob durch die Reform mit einer höheren Zahl an Einbürgerungen zu rechnen wäre.

Im Zeitraum vom 7. Oktober bis 9. November dokumentiert der Bundesverband RIAS 994 antisemitische Vorfälle mit Bezug zu den Massakern der Hamas. Das sind 29 am Tag und somit ein Anstieg von 320 Prozent zum Durchschnitt von sieben Vorfällen am Tag im Jahr 2022. RIAS-Meldestellen berichten von einem anhaltend hohen Meldeaufkom-men. Jüdinnen_Juden berichten vermehrt von antisemitischen Vorfällen an Orten ihres Alltags.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Good Practice

"Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe." Dieser Satz aus dem 1. Korintherbrief ist die Jahreslosung der Evangelischen Kirche für 2024. Die Pastorin und Autorin Birgit Mattausch hat dazu für die Seenotrettungsorganisation United4Rescue eine Fürbitte formuliert, die auch im Rahmen der IKW verwendet werden kann.

Die Tagung fand im Sitzungssaal des Rathauses statt. Foto: Stadt Sinsheim

Die Stadt Sinsheim im Rhein-Neckar-Kreis (Baden-Württemberg) beteiligte sich 2023 zum ersten Mal an der Interkulturellen Woche. Zum Motto "Neue Räume" hatten die Organisierenden eine ganz besondere Idee: Sie veranstalteten im Rathaus der Stadt eine ganze Tagung zu diesem Thema.

Die Schüler*innen gestalteten unter anderem das IKW-Motiv "Mauerkopf" um und neu.

Die Mittelschule Dietenhofen im Landkreis Ansbach hat sich mit einer tollen Aktion dem IKW-Motto "Neue Räume" künstlerisch und kreativ genähert. Dafür verwendeten die Organisierenden und die Schüler*innen unter anderem ein IKW-Motiv aus früheren Jahren, das aber immer noch brandaktuell ist.

In der neueingerichteten Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde wurde darüber gesprochen, was "heilige" Räume ausmacht. Foto: Erol Öksüz

Bei einer Veranstaltung zum Thema "Heilige Räume – neue Räume erkunden" im Rahmen der Interkultu-rellen Woche in Cuxhaven sprachen Vertreter*innen verschiedener Religionsgemeinschaften in der Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde darüber, was „heilige“ Räume ausmacht.

Mit enormer Energie und Begeisterung gründet Zahia gemeinsam mit ihrer Schwester ein eigenes Orchester.

Inspiriert von der wahren Geschichte über Zahia Ziouani, eine der wenigen Dirigentinnen weltweit, zeigt der Film DIVERTIMENTO – EIN ORCHESTER FÜR ALLE, dass es sich lohnt, entgegen aller äußerer Widerstände für seine Passion zu kämpfen. Ziouani hat ihre Vision verwirklicht: eine Brücke über die Kluft aller Vorurteile zu bauen.

Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und EKD-Ratsvorsitzende, und der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hielten beim bundesweiten IKW-Auftakt in Bottrop eine Dialogpredigt. Foto: ÖVA

Bei der bundesweiten Eröffnung der Interkulturellen Woche 2023 in Bottrop wurde ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert, der unter dem Motto "Neue Räume" stand. Thema war die biblische Erzählung des Turmbaus zu Babel (Genesis 11, 1-9 ). Wir dokumentieren die Dialogpredigt, die dort gehalten wurde.

Videos

Video-Übersicht

Mit einem ökumenischen Gottesdienst, einem Markt der Vielfalt und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm unter freiem Himmel wurde in Bottrop bundesweit die Interkulturelle Woche 2023 eröffnet. Mit diesem Video blicken wir zurück auf einen großartigen Tag. Vielen Dank an alle Engagierten, die diese tolle Veranstaltung möglich gemacht haben.

Der Animationsfilm erklärt, wo die Interkulturelle Woche herkommt, was ihre Ziele sind und was während der IKW eigentlich passiert. Und er will motivieren, sich zu beteiligen. Er darf gerne weiterverbreitet werden. Zeigt ihn bei Euch vor Ort, auf Euren Homepages und in Euren Social Media-Kanälen. Und gebt uns gerne eine Rückmeldung zur Aufmachung und zum Inhalt.

Im Rahmen eines Crossover-Musikprojektes in Zwickau haben Rebecca Klukas, Dyaa Kassoma (Dyaa4) und die Band "Colorful Strings" einen Song umgesetzt, der an das aktuelle Motto der Interkulturellen Woche 2023 "Neue Räume" anknüpft. Der Song mit dem gleichnamigen Titel wirbt für bunte Vielfalt und setzt sich für interkulturelle Öffnung ein.

Hefteinträge

"Es gilt, gerade jetzt, vielfältigen Stimmen Gehör zu verschaffen", schreibt Thembi Wolf in ihrem Gastbeitrag.
Vielfalt gestalten

Wenn die plurale Gesellschaft gelingt, ist sie ein Gewinn für alle. Darum ist es jetzt Zeit für Offenheit in Differenz und es gilt, vielfältigen Stimmen Gehör zu verschaffen. Sie nicht an einem Extratisch, in einer Sondersendung und nur zum Thema ihrer Identität erzählen zu lassen, sondern immer und überall. Das schreibt die Journalistin Thembi Wolf in einem Gastbeitrag.

Seit den Terrorangriffen der Hamas auf Israel ist das Thema Antisemitismus in Deutschland wieder mehr in den Vordergrund getreten. Foto: Adobe Stock
Antisemitismus

Klaus Holz, Jahrgang 1960, ist Soziologe und Antisemitismusforscher und hat sich intensiv mit der Geschichte des Antisemitismus in Deutschland befasst. Im Interview spricht er über die Reaktionen in Deutschland auf den Angriff der Hamas auf Israel und über den Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft.

Viele Gastarbeiter der ersten Generation lebten in beengten Verhältnissen, wie hier 1968 in Düsseldorf.
Ankommen und bleiben

Kurz vor dem Anwerbestopp 1973 kam der Vater von Çiçek Bacık als Gastarbeiter nach Deutschland. Hier erzählt sie seine (und ihre) Geschichte und erklärt, warum ihre Perspektive und die ihrer Eltern ein wichtiger Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur ist – die aber bisher nicht vorkommt oder kaum ausreichend Raum einnimmt.