Startseite

Aktuelles

Der Ratsvorsitzende der Evange-lischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat sich erleichtert über die Freigabe des Rettungsschiffes "Sea-Watch 4" geäußert: "Die Sea-Watch 4 darf jetzt wieder auslaufen. Und das ist auch dringend nötig." Das Schiff war seit September 2020 im Hafen von Palermo festgesetzt worden. Dagegen hatte Sea-Watch vor dem dortigen Verwaltungsgericht Widerspruch ein-gelegt, dem jetzt stattgegeben wurde.

Stuttgart. Die aktuellen Flucht- und Migrationsbewegungen verändern unsere Gesellschaft. Diese Veränderungen betreffen auch christliche Gemeinden und lenken den Blick auf die Migration als eine Wirklichkeit, die die Kirchen schon länger bestimmt. Was oft nicht bekannt ist: Nur ein Viertel der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland sind Muslime, über die Hälfte sind Christen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat zu Beginn des Festjahres 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland Christen zum Engagement gegen Judenhass aufgerufen. Wir dokumentieren das Statement hier im Wortlaut. Das Festjahr ist ebenfalls eine hervorragende Gelegenheit, das Thema im Rahmen der Interkulturellen Woche (IKW) noch weiter sichtbar zu machen.

Vor fast einem Jahr, am 19. Februar 2020, tötete ein Rechtsextremist in Hanau zehn Menschen. Der Terror-anschlag ereignete sich unmittelbar vor der bundesweiten Vorberei-tungstagung  zur Interkulturellen Woche 2020, die am 21. und 22. Februar in Erfurt stattfand. Die Tagung begann mit einer Gedenkminute für die Opfer. Außerdem verabschiedeten die Teilnehmenden diese schriftliche Äußerung, die wir heute noch einmal dokumentieren.

Um Betroffenen schnellere Hilfe und Engagierten einen optimalen Überblick bieten zu können, stellt das Kompetenznetzwerk Rechtsextremismusprävention seine umfassende, bundesweite Datenrecherche online. Im neuen Infoportal finden Interessierte detaillierte Angebote zu aktuellen Fragen nach Verschwörungsideologien, Rechtsterrorismus oder Ausstiegsberatung.

Anlässlich des heutigen Flüchtlingsgipfels, bei dem Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Vertretern der Zivilgesellschaft sprechen wird, äußern sich PRO ASYL und weitere Organisationen zu der Thematik. Sie kritisieren die Zustände in den Lagern für Geflüchtete vor allem an der bosnisch-kroatischen Grenze und fordern, den Schutzsuchenden dort umgehend zu helfen sowie die Praxis der Pushbacks unverzüglich zu beenden.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Hefteinträge

Das Grußwort wurde verlesen von Beate Sträter, der stellvertretenden Vorsitzenden des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche. Foto: Blatt / ÖVA
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

"Eine Gesellschaft, die sich von den Werten entfernt, auf denen sie aufgebaut ist, kann nicht lange Bestand haben. Gemeinsam gegen den Hass anzugehen und den Hetzern mit Bestimmtheit und dem Selbstbewusstsein der Demokraten entgegenzutreten, ist die Aufgabe unserer Zeit." - Grußwort von Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, zum IKW-Auftakt.

Tag des Flüchtlings im Rahmen der IKW

Mit der Gründung von PRO ASYL im Jahr 1986 wurde auch der Tag des Flüchtlings ins Leben gerufen, der seitdem integraler Bestandteil der Interkulturellen Woche ist. Er findet immer am Freitag der Aktionswoche statt – 2020 ist der Termin der 2. Oktober. Der Aktionstag bietet die Gelegenheit, noch einmal besonders auf die Themen, Flucht, Asyl, Migration und Seenotrettung aufmerksam zu machen.

Junge Freiwillige desinfizieren die Straßen in einem überwiegend von Roma bewohnten Viertel der bulgarischen Stadt Varna.
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

In Zeiten der Corona-Pandemie tritt der allgegenwärtige Antiziganismus in Europa ganz besonders deutlich zutage. Wieder einmal werden Sinti und Roma pauschal diskriminiert, werden Angehörige der Minderheit als Seuchenträger ins Visier genommen und diffamiert, auch von staatlicher Seite. Solche Mechanismen sind nicht neu, vielmehr gab es sie schon vor Jahrhunderten, wie ein Blick in die Geschichte verrät.

Die EMRK wurde am 4. November 1950 in Rom von Mitgliedern des Europarats unterzeichnet.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verkörpert die Idee eines Europa der Menschenrechte. Was das Dokument wert ist und ob die große Idee Gültigkeit hat, lässt sich im Jahr 2020 jeden Tag an den europäischen Außengrenzen messen. Dort herrscht eine Realität für geflüchtete Menschen, die sich mit Not, Verzweiflung und Entrechtung umschreiben lässt.

Das International Welcome Center in Heidelberg.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die städtische Ausländerbehörde unter einem Dach mit dem Interkulturellen Zentrum – was auf den ersten Blick fast unmöglich erscheint, ist in Heidelberg seit über drei Jahren Realität. Dort eröffnete im Dezember 2016 in Gebäuden einer rehemaligen Tabakfabrik das "International Welcome Center" (IWC). Damit wurde eine deutschlandweit einmalige Institution geschaffen.

Videos

Video-Übersicht

Was ist intersektionale Diskriminierung? Das erklärt Emilia Roig, Gründerin des Center for Intersectional Justice, in diesem Video. Frau Roig war auch Referentin bei unserer bundesweiten Vorbereitungstagung am 19. und 20. Februar 2021. Über ihr neues Buch "Why We Matter" spricht sie in Interviews im Deutschlandfunk und mit dem Magazin Edition F.

Bei der bundesweiten Vorbereitungstagung zur Inter-kulturellen Woche 2021 diskutierten am 20. Februar 2021 Marie von Manteuffel (Ärzte ohne Grenzen), Günter Burkhardt (PRO ASYL) und Gerald Knaus (Migrationsforscher) über "Asylpolitische Perspektiven für Deutschland und Europa". Moderation: Pitt von Bebenburg (Frankfurter Rundschau).

Für die dritte Folge unserer Reihe "Interkulturelle Woche vor Ort" haben wir die Moderatorin Mo Asumang und die Lehrerin Zara Demet Altan bei einem Gespräch über Rassismus, Migration und Flucht begleitet. Asumang hat sich in ihrem Film Die Arier Begegnungen mit Rechten ausgesetzt, Demet Altan hat gemeinsam mit ihren Schüler*innen den Film "Frühlingskinder" umgesetzt.

Good Practice

Oberkirchenrätin Sabine Dreßler gestaltete bei der bundesweiten Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche am Samstag, 20. Februar 2021, eine Morgenandacht. Dreßler arbeitet bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Bereich Menschenrechte, Migration und Integration.

Segen für Geflüchtete von Thorsten Leißer.

In einer kreativen Schreibwerkstatt für die Organisation United4Rescue sind Psalmen, Textcollagen und mehr für Gottesdienste und Andachten in der Passions- und Fastenzeit entstanden. Sie können auch für Veranstaltungen mit Bezug zum Thema Flucht im Rahmen der Interkulturellen Woche genutzt werden, etwa am "Tag des Flüchtlings".

Der fertige Film wurde auf einer Leinwand an verschiedenen Orten in der Stadt gezeigt. Foto: Stadt Wolfsburg

Zur Interkulturellen Woche 2020 präsentierten das Integrationsreferat und die Jugendförderung der Stadt Wolfsburg eine gemeinsame Aktion: Über 60 Wolfsburger*innen gaben kurze Video-Statements in unterschiedlichen Sprachen ab, in denen sie den Satz "Gemeinsam in Wolfsburg leben heißt für mich…" mit eigenen Worten vervollständigten.

Für die Gottesmenschenkinder in Kara Tepe, in Lipa und den anderen Lagern an den europäischen Außengrenzen hat EKD-Oberkirchenrätin  Sabine Dreßler ein Gebet verfasst. Insbesondere in Lipa besteht durch Minusgrade akute Gefahr für mehrere hundert Menschen, die sich in dem aufgegebenen, ausgebrannten Lager südöstlich von Bihać befinden.

Doud Afara betreibt einen Orientmarkt. Sie kam 2015 mit ihrer Familie aus Syrien nach Cuxhaven. Fotos: Caritas

Im Rahmen der Interkulturellen Woche fand in Cuxhaven die Veranstaltung "Streifzug durch die migrantische Unternehmenslandschaft Cuxhavens" statt. Dabei wurden vier Unternehmer*innen mit ganz unterschiedlichen Biografien vorgestellt und berichteten über ihren langen Weg zum Erfolg.

Das Treffen fand im Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen statt. Foto: E. T. Müller / Medienbüro Burgbrohl

Der Fokus der Interkulturellen Woche 2020 in Mayen lag auf dem Thema "(Alltags-)Rassismus & Diskriminierung". Dazu fand im Oktober ein Corona-konformes Austauschtreffen im Mehrgenerationenhaus St. Matthias statt. Dort traf sich eine bunt gemischte Gruppe, darunter auch von Rassismus Betroffene.