Kunstwerk „Der gesprengte Ring“ zum Ausleihen

Das Kunstwerk in der Münchner Frauenkirche. Foto: Erzbischöfliches Ordinariat München / Hendrik Steffens
Kunstwerk „Der gesprengte Ring“ zum Ausleihen
Die Skulptur wurde anlässlich des 40. Jahrestages des Oktoberfestattentats geschaffen und thematisiert die zerstörerische Kraft des Rechtsterrorismus in Deutschland

Am 27. September 2020 wurde die von Anna und Andreas Eichlinger geschaffene Skulptur "Der gesprengte Ring" erstmalig im Rahmen des bundesweiten Auftaktgottesdienstes zur Interkulturellen Woche in der Frauenkirche in München präsentiert. Anlässlich des 40. Jahrestages des Oktoberfestattentats wurde mit dem Kunstwerk auf die zerstörerische Kraft des Rechtsterrorismus in Deutschland hingewiesen.

Das Attentat

Am 26. September 1980 zündete ein mutmaßlich allein agierender Mann aus der rechtsextremen Szene eine Bombe am Haupteingang des Münchner Oktoberfestes und riss damit 13 Menschen in den Tod. Über 200 Verletzte kämpfen bis heute mit den physischen und psychischen Folgen dieses schrecklichen Ereignisses. Unsaubere Ermittlungen, Verharmlosungen und Vertuschungen verschleierten lange die wahren Hintergründe dieses größten Terroranschlages in der Geschichte der Bundesrepublik. Erst 2020 stufte die Generalbundesanwaltschaft den Anschlag nach weiteren Ermittlungen als rechtsextremistisch motiviert ein.

Dimitrios Lagkadinos (rechts) und Erzpriester Apostolos Malamoussis entzünden eine Kerze am Denkmal. Foto: Erzbischöfliches Ordinariat München / Hendrik Steffens
Während der Fürbitten wird der gesprengte Ring Stück für Stück wieder zusammengesetzt, bis sich der Kreis schließt. Foto: Erzbischöfliches Ordinariat München / Hendrik Steffens
Die Vorsteher des Auftaktgottesdienstes (v.l.): Reinhard Kardinal Marx, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Metropolit Augoustinos Lambardakis beten vor dem Denkmal. Foto: Interkulturelle Woche / Steffen Blatt
Das Kunstwerk war im Oktober und November 2020 in der Auferstehungskirche München zu sehen. Foto: Erol Gurian
Das Kunstwerk war im Oktober und November 2020 in der Auferstehungskirche München zu sehen. Foto: Erol Gurian
Ein Gemeindemitglied schließt den Ring. Foto: Erol Gurian
Das Kunstwerk in der Münchner Kirche St. Rupert im Dezember 2020. Foto: Anna Eichlinger
Das Kunstwerk in der Münchner Kirche St. Rupert im Dezember 2020. Foto: Anna Eichlinger

Das Kunstwerk

Anlässlich des 40. Jahrestages des Attentates haben Anna und Andreas Eichlinger eine Skulptur aus Holz geschaffen. Verschieden lange Abschnitte aus alten, patinierten Bauholzbrettern, versehen mit Spuren von längst vergangenen Arbeitsprozessen, bilden einen Kreis von etwa zwei bis drei Metern Durchmesser. Die Geschlossenheit des Kreises ist allerdings aufgerissen, noch dazu an der verletzten Stelle schwarz verbrannt. Wie von einer Explosion zerfetzt, liegen die herausgerissenen Teile weit verstreut herum.

Während der Fürbitten im Auftaktgottesdienst wurden die fehlenden Teile eingesammelt und wieder an ihre alte Stelle im Kreis gelegt. Der Ring, als Symbol der Gemeinschaft von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Kultur und Religion, ist jetzt wieder geschlossen. Was bleibt, sind die schwarzen Spuren der Verletzungen. Das schrittweise Wieder-Zusammenfügen des Kreises stand symbolisch für den Prozess der Heilung einer starken Vielfaltsgesellschaft, die bleibende Wunden nicht überspielt.

Aufzeichnung des Auftaktgottesdienstes (Zusammensetzung des Rings ab 1:10:00):

Das Kunstwerk wurde mittlerweile in verschiedenen Münchner Gemeinden eingesetzt (Foto-Dokumentation).

Das Kunstwerk kann bundesweit kostenlos gegen Übernahme der Versandkosten ausgeliehen werden. Es ist vielseitig einsetzbar. Es besteht auch die Möglichkeit, die Idee zu adaptieren und das Kunstwerk mit Hilfe von Schulen, Kindergärten und Gemeinden vor Ort nachzubauen, dabei lokale Bezüge herzustellen und gleichzeitig auf das Original zu verweisen. Bitte schreiben Sie uns bei Interesse eine E-Mail an info@interkulturellewoche.de.

Infos
Kontakt

Ökumenischer Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche
Postfach 16 06 46
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Ruf: 069 / 24 23 14 -60
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