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Aktuelles

Nun gibt es weitere Erleichterungen bei der Einreise für unverheiratete binationale Paare aus Drittstaaten: Der Nachweis eines gemeinsamen Aufenthalts in Deutschland fällt weg. So ließ es das Bundesministerium des Innern (BMI) kürzlich verlautbaren. Das sei gut so. Allerdings bleibe weiterhin eine große Anzahl von Paaren und Familien davon ausgeschlossen, sagt der Verband binationaler Familien und Partnerschaften.

Der Gesprächskreises „Christen und Muslime“ beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) hat am 20. November 2020 die Erklärung „Nein zu Hass und Hetze - Christen und Muslime gemeinsam gegen Islamfeindlichkeit“ veröffentlicht. Darin bezieht das Gremium Position zu antimuslimischer Diskriminierung, Rassismus, Hetze und Hass. In einem Video stellen Mitglieder des Gesprächskreises die wesentlichen Punkte der Erklärung vor.

Auf seiner jüngsten Sitzung hat der Kabinettausschuss der Bundesregierung gegen Rechtsextremismus und Rassismus einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vorgestellt und der Bundesregierung zum Beschluss vorgelegt. Die Amadeu Antonio Stiftung und der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßen den Katalog, sehen bei einigen Maßnahmen und Themen aber Bedarf für Nachbesserungen.

Am 25.11. kommt der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus zu seiner dritten und voraussichtlich letzten Sitzung zusammen. Es soll nun ein neues Maßnahmenpaket verabschiedet werden. Kommt ein Gesetz zur Förderung demokratischer Kultur? Das fordert die Amadeo-Antonio-Stiftung in einem offenen Brief an die Politik, den 60 Organisationen unterschrieben haben.

Die Allianz für Weltoffenheit ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Partnern aus der Zivilgesellschaft. Sie setzt sich ein für Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – und arbeitet gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt. In einem Appell äußert sie sich nun zur Corona-Pandemie. Darin stellt sie Forderungen an die Politik, ruft aber auch die Gesellschaft dazu auf, neue Räume für Debatte, Kritik und konstruktive Vorschläge zu eröffnen.

Berlin will rechtlich gegen die Blockade von Innenminister Horst Seehofer vorgehen und gegen die Absage der Landesaufnahme-programme von den griechischen Inseln klagen. Die Seebrücke, Sea-Watch e.V. und Equal Rights Beyond Borders begrüßen den Schritt und fordern die Länder Bremen und Thüringen auf, dem Beispiel Berlins zu folgen. Die angestrebte Aufnahme der Länder sei ein guter aber noch lange nicht ausreichender Schritt.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Hefteinträge

Das Grußwort wurde verlesen von Beate Sträter, der stellvertretenden Vorsitzenden des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche. Foto: Blatt / ÖVA
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

"Eine Gesellschaft, die sich von den Werten entfernt, auf denen sie aufgebaut ist, kann nicht lange Bestand haben. Gemeinsam gegen den Hass anzugehen und den Hetzern mit Bestimmtheit und dem Selbstbewusstsein der Demokraten entgegenzutreten, ist die Aufgabe unserer Zeit." - Grußwort von Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, zum IKW-Auftakt.

Tag des Flüchtlings im Rahmen der IKW

Mit der Gründung von PRO ASYL im Jahr 1986 wurde auch der Tag des Flüchtlings ins Leben gerufen, der seitdem integraler Bestandteil der Interkulturellen Woche ist. Er findet immer am Freitag der Aktionswoche statt – 2020 ist der Termin der 2. Oktober. Der Aktionstag bietet die Gelegenheit, noch einmal besonders auf die Themen, Flucht, Asyl, Migration und Seenotrettung aufmerksam zu machen.

Junge Freiwillige desinfizieren die Straßen in einem überwiegend von Roma bewohnten Viertel der bulgarischen Stadt Varna.
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

In Zeiten der Corona-Pandemie tritt der allgegenwärtige Antiziganismus in Europa ganz besonders deutlich zutage. Wieder einmal werden Sinti und Roma pauschal diskriminiert, werden Angehörige der Minderheit als Seuchenträger ins Visier genommen und diffamiert, auch von staatlicher Seite. Solche Mechanismen sind nicht neu, vielmehr gab es sie schon vor Jahrhunderten, wie ein Blick in die Geschichte verrät.

Die EMRK wurde am 4. November 1950 in Rom von Mitgliedern des Europarats unterzeichnet.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verkörpert die Idee eines Europa der Menschenrechte. Was das Dokument wert ist und ob die große Idee Gültigkeit hat, lässt sich im Jahr 2020 jeden Tag an den europäischen Außengrenzen messen. Dort herrscht eine Realität für geflüchtete Menschen, die sich mit Not, Verzweiflung und Entrechtung umschreiben lässt.

Das International Welcome Center in Heidelberg.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die städtische Ausländerbehörde unter einem Dach mit dem Interkulturellen Zentrum – was auf den ersten Blick fast unmöglich erscheint, ist in Heidelberg seit über drei Jahren Realität. Dort eröffnete im Dezember 2016 in Gebäuden einer rehemaligen Tabakfabrik das "International Welcome Center" (IWC). Damit wurde eine deutschlandweit einmalige Institution geschaffen.

Videos

Video-Übersicht

Der Gesprächskreises „Christen und Muslime“ beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) bezieht mit der Erklärung Nein zu Hass und Hetze - Christen und Muslime gemeinsam gegen Islamfeindlichkeit Position zu antimuslimischer Diskriminierung, Rassismus, Hetze und Hass. In einem Video stellen Mitglieder des Gesprächskreises die wesentlichen Punkte vor.

Beleidigungen, Bedrohungen und Gewalt: All dem sehen sich immer mehr Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und andere Kommunalpolitiker in ganz Deutschland ausgesetzt. Die Körber-Stiftung widmet sich diesem Thema in ihrem Film "Angriffe auf die Kommunalpolitik. Hass und Gewalt entgegentreten". Weitere Informationen gibt es hier.

Die zweite Folge unserer Video-Reihe "Interkulturelle Woche vor Ort" führt uns in die Bundeshauptstadt und dreht sich um die Frage "Wie funktioniert interkulturelle Begegnung?" Auf einer spannenden Tour durch zwei Berliner Viertel diskutieren die Journalistin Esra Karakaya und der Moderator Tarik Tesfu ihre Erfahrungen mit dem interkulturellen Zusammenleben.

Good Practice

Doud Afara betreibt einen Orientmarkt. Sie kam 2015 mit ihrer Familie aus Syrien nach Cuxhaven. Fotos: Caritas

Im Rahmen der Interkulturellen Woche fand in Cuxhaven die Veranstaltung "Streifzug durch die migrantische Unternehmenslandschaft Cuxhavens" statt. Dabei wurden vier Unternehmer*innen mit ganz unterschiedlichen Biografien vorgestellt und berichteten über ihren langen Weg zum Erfolg.

Das Treffen fand im Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen statt. Foto: E. T. Müller / Medienbüro Burgbrohl

Der Fokus der Interkulturellen Woche 2020 in Mayen lag auf dem Thema "(Alltags-)Rassismus & Diskriminierung". Dazu fand im Oktober ein Corona-konformes Austauschtreffen im Mehrgenerationenhaus St. Matthias statt. Dort traf sich eine bunt gemischte Gruppe, darunter auch von Rassismus Betroffene.

Im Stück "Mauerrisse" geht es um Barrieren - physische und psychische. Foto: Teatro Due Mondi

Das Teatro Due Mondi wurde 1979 als freie Theatergruppe in Faenza/Italien gegründet. Es kann 2021 im Rahmen der Interkulturellen Woche für Auftritte in Deutschland gebucht werden. Dafür bietet das Theater das Straßen-Stück mit Workshop (optional) "Mauerrisse" und die theaterpädagogische Fortbildung "Giving Voice" an.

Mit einem Stück, das den Lynchmord an einer afghanischen Studentin re-inszeniert, treten die Künstler erstmals nach dem traumatischen Anschlag wieder gemeinsam auf. © Brot und Zwiebel

Kabul, 11. Dezember 2014. Bei der Premiere eines Theaterstücks über Selbstmordanschläge sprengt sich ein 17 Jahre alter Junge in die Luft. Manche Zuschauer klatschen zunächst – sie halten die Explosion für eine besonders realistische Inszenierung. Erst als Panik ausbricht, verstehen sie, was passiert ist. TRUE WARRIORS erzählt ihre Geschichte.

Bei einem Fotoshooting wurden Bilder von Menschen angefertigt, die in Stralsund eine neue Heimat gefunden haben - zum Beispiel von Amadou aus Mauretanien. Foto: Jan Wasmund

Beim Kooperationsprojekt "Lichtblicke in der neuen Heimat – Bilder der Begegnung" sollten in der Stralsunder Innenstadt Räume geschaffen werden für interkulturelle Begegnungen im Alltagsleben. Eine persönliche Begegnung war in Corona-Zeiten nicht realisierbar, jedoch fanden die Organisierenden im Medium der Fotografie eine Lösung.

Zusammen mit vielen Kindern wurde der Wunschbaum im Theodor-Thomas-Park in Esens gepflanzt. Fotos: Klaus Händel

Eigentlich wird im Landkreis Wittmund in Ostfriesland jedes Jahr zum Höhepunkt der Interkulturellen Woche ein großes Fest gefeiert. Wie an so vielen Orten musste das 2020 aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Als Ersatz gab es eine Pflanzaktion in einem Park in Esens: Dort wurde ein "Wunschbaum" aufgestellt.