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Aktuelles

Auch dieses Jahr lobt die Pill Mayer Stiftung zwei Förderpreise für interkulturellen Dialog aus. Damit will sie beispielhafte interkulturelle Kulturprojekte für Kinder und Jugendliche würdigen. Die mit je 1000 Euro dotierten Auszeichnungen richten sich an regionale, überregionale und internationale Kulturengagierte. Angesprochen sind alle künstlerischen Ausdrucksformen wie Musik, Literatur, Theater, Tanz, Film, Fotografie oder Bildende Kunst.

Das Migrationsgeschehen in Deutschland ist stark geprägt durch Zuzüge von Menschen aus anderen EU-Mitgliedstaaten und gleichzeitig durch Fortzüge vor allem in andere europäische Staaten. Innerhalb Europas ist Deutschland nach wie vor das wichtigste Zielland internationaler Migration. Damit setzten sich zentrale Trends der vergangenen Jahre fort, wie der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erstellte Migrationsbericht 2020 belegt.

"Pushback" ist das Unwort des Jahres 2021. Das gab die Sprachkritische Aktion am 12. Januar bekannt. Der Ausdruck stammt aus dem Englischen und bedeutet "zurückdrängen, zurückschieben". Im Migrationsdiskurs bezeichnet das Wort die Praxis von Europas Grenztruppen, Flüchtende an der Grenze zurückzuweisen und am Grenzübertritt zu hindern. Die Jury kritisiert, dass mit der Verwendung des Begriffs ein menschenfeindlicher Prozess beschönigt wird.

Der Bildungsgrad von potenziellen Migranten nach Deutschland steigt. Dies zeigt eine Analyse und Prognose von Migrationsbewegungen für 137 Herkunftsländer, die das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel vorgelegt hat. Demnach wird sich in den nächsten zehn Jahren der Anteil der Einreisewilligen mit einem hohen Bildungsabschluss verdoppeln. Dieses Potenzial müsse die Bundesregierung besser nutzen und ihnen die Einwanderung ermöglichen.

Die Situation in Belarus ist für schutzsuchende Menschen weiterhin unerträglich. Den Flüchtlingsrat Niedersachsen und PRO ASYL erreichen immer mehr Hilferufe von verzweifelten Angehörigen aus Deutschland, deren Verwandte in Belarus feststecken. PRO ASYL-Geschäftsführer Günter Burkhardt spricht von einem "menschenverachtenden Ping-Pong-Spiel", das auf dem Rücken Schutzsuchender ausgetragen wird.

Zum Internationalen Tag der Migrantinnen und Migranten am 18. Dezember fordert die Diakonie Deutschland von der neuen Bundesregierung drei Sofortmaßnahmen. Deutschland muss endlich die UN-Wanderarbeiter-Konvention ratifizieren, die 24-Stunden-Betreuung in der häuslichen Pflege grundlegend reformieren und legal ausgestalten sowie arbeitssuchende EU-Staatsangehörige sozial absichern.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Good Practice

Der Zuspruch war groß beim "PARK(ing) Day". Foto: Stadt Ravensburg

Am Samstag, 18. September 2021, fand in der Unterstadt in Ravensburg im Rahmen der Interkulturellen Woche der erste "PARK(ing) Day" statt. Anstelle von parkenden Autos wurde der Raum von zahlreichen Menschen kreativ genutzt. Ein kunterbunter Tag, der bei schönstem Wetter viele Besucherinnen und Besucher anzog.

Das Buch "Narrative der Migration" ist im De Gruyter-Verlag erschienen und kann kostenlos heruntergeladen werden. © De Gruyter

PD Dr. Özkan Ezli ist Kultur- und Literaturwissenschaftler an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Mit seinem Buch "Narrative der Migration" wirft er einen neuen Blick auf die Migrationsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er kann für Lesungen, Gespräche oder andere Formate im Rahmen der IKW angefragt werden.

Im Stück "Mauerrisse" geht es um Barrieren - physische und psychische. Foto: Teatro Due Mondi

Das Teatro Due Mondi wurde 1979 als freie Theatergruppe in Faenza/Italien gegründet. Es kann auch 2022 im Rahmen der Interkulturellen Woche für Auftritte in Deutschland gebucht werden. Dafür bietet das Theater das Straßen-Stück mit Workshop (optional) "Mauerrisse" und die theaterpädagogische Fortbildung "Giving Voice" an.

Für die Menschen, die an der Grenze zwischen Belarus und Polen aushar-ren, hat Oberkirchenrätin Sabine Dreßler ein Gebet verfasst. Sie ist bei der Evangelischen Kirche in Deutsch-land (EKD) für Menschenrechte, Migration und Integration zuständig. Außerdem ist sie Mitglied im Ökumenischen Vorbereitungsaus-schuss zur Interkulturellen Woche.

Auf der Internetseite der Caritas Niedersachsen können die Solidaritätsfotos hochgeladen werden.

Mitarbeiter:innen der Caritas-Migrationsberatungen in Niedersachsen haben eine Aktion gestartet, um Solidarität mit den bedrohten Menschen in Afghanistan zu zeigen: "Ein Schild der Nächstenliebe". Eine Idee, die auch im Rahmen der Interkulturellen Woche aufgegriffen und gut umgesetzt werden kann.

Die Symbole von Islam, Judentum und Christentum. Foto: shutterstock/Vladimir Melnik

Vielerorts gehören ökumenische Gottesdienste zu den Interkulturellen Wochen dazu, teilweise unter Beteili-gung von Gläubigen nichtchristlicher Religionen. Das wirft Fragen auf, wie diese in angemessener Weise beteiligt werden können. Wichtig ist die Sensibilität für die Situation vor Ort, die Absprache mit den Beteiligten sowie eine exakte Vorbereitung.

Videos

Video-Übersicht

Die neue Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan, hat im Bundestag die zukünftigen Schwerpunkte ihrer Arbeit vorgestellt. Wer noch mehr wissen möchte, dem empfehlen wir unsere bundesweite Online-Vorbereitungstagung am 11. und 12. Februar. Dort wird Frau Alabali-Radovan für eine Gesprächsrunde zu Gast sein.

Heinrich Bedford-Strohm, der Rats-vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, zur IKW 2021: "Hinter #offengeht steht eine große Vision: eine Gesellschaft, eine Welt, die offen ist für die Freude und die Nöte anderer. In der miteinander geteilt wird, wo Menschen mit offenen Augen und offenen Herzen Anteil nehmen an dem, was Mitmenschen widerfährt, seien sie nah oder fern."

"Offenheit ist eine Entscheidung, ein Wille, eine Haltung. Deswegen ermutige ich Sie, aufzustehen und der Vielfalt des Lebens, der Kulturen und Religionen mit offenen Augen und Herzen zu begegnen." Das sagt Christoph Sitba, der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, zur Interkulturellen Woche und zum diesjährigen Motto #offengeht.

Hefteinträge

Black Lives Matter-Demo im Juni 2020 in Berlin. Foto: Shutterstock/Hernan J. Martin
Rassismus / Diskriminierung

Jeff Kwasi Klein ist Leiter des Antidiskriminierungsprojekts EACH ONE von Each One Teach One e. V. (EOTO). Dort koordiniert er Projekte, die die menschenrechtliche Situation von Schwarzen, afro-diasporischen und Menschen afrikanischer Herkunft sichtbar machen. Im Interview spricht er über Anti-Schwarzen Rassismus, die "Dekolonialisierung des Verstandes", die Black Lives-Matter-Bewegung und die Privilegien weißer Menschen

Zum 1. August 2018 wurden alle bayerischen Aufnahmeeinrichtungen zu ANKER-Zentren umgewidmet.
Flucht und Migration

Bei der Unterbringung von Geflüchteten in Deutschland und insbesondere in Bayern zeichnet sich seit einigen Jahren ein besorgniser-regender Trend ab: Die Politik setzt vermehrt auf Lagerunterbringung und lange Unterbringungsdauer. Vorläufiger Höhepunkt war der 01. August 2018, als alle bayerischen Aufnahmeeinrichtungen zu ANKER-Zentren umgewidmet wurden. Doch was steckt hinter diesem Konzept?

Deutsche Städte und Gemeinden sind vielfältig.
Vielfalt gestalten

Deutschland ist ein Einwanderungs-land. Heute hat etwa jeder vierte Einwohner einen so genannten Migrationshintergrund; mehr als die Hälfte davon mit deutschem Pass. Schaut man aber etwas genauer hin, so erkennt man deutliche Unterschiede zwiwchen Stadt und Land sowie Ost und West. Willkommenskultur ist aber auch ein Standortvorteil, und das gute Zusammenleben muss organisiert werden.