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Aktuelles

Unter dem Motto #AllesFürsKlima ruft Brot für die Welt dazu auf, am globalen Klimastreik teilzunehmen. Auch die Diakonie Deutschland unterstützt die Forderung. Auf Initiative von Fridays for Future gehen am 24. September weltweit Menschen auf die Straße, um gemeinsam für Klimagerechtigkeit zu demonstrieren. Der Streik stellt zwei Tage vor der Bundestagswahl die Dringlichkeit der Klimakrise und den sofortigen Handlungsbedarf in den Mittelpunkt.

Das zivilgesellschaftliche Bündnis (u.a. Seebrücke, ProAsyl, United4Rescue) fordert ein Ende der Pushbacks an Europas Grenzen und des Sterbenlassens im Mittelmeer. Forderungen an die nächste Bundesregierung sind: sichere Fluchtwege und den Zugang zum Recht auf Asyl in der EU zu garantieren, sowie auch in Deutschland ein Ende mit den immer härteren Gesetzen und der Ausgrenzung von Schutzsuchenden.

Mit dem Württembergischen Wort zur Interkulturellen Woche 2021 (26. September bis 3. Oktober) plädieren die Evangelische Landeskirche in Württemberg und das Diakonische Werk Württemberg für eine offene Gesellschaft und einen humanitär ausgerichteten Flüchtlingsschutz. Das Motto der Woche #offengeht müsse auch auf die dramatischen Entwicklungen in Afghanistan bezogen werden, so Landeskirche und Diakonie.

Wir dokumentieren die Rede des Bundespräsidenten anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens im Schloss Bellevue, am 10. September 2021: "Was kann ich in der Fremde ganz alleine tun? Kann ich so weit entfernt von der Liebe leben?"
Gurbet – auf Türkisch heißt das "die Fremde". Ein Wort, das für eine ganze Generation zum Synonym für Deutschland wurde, damals in den 1960er und 1970er Jahren. (...)

In den Wahlprogrammen der Parteien werden die Themen Flucht und Asyl durchweg überbetont, dabei machen sie nur knapp über 10 Prozent der Zuwanderung nach Deutschland aus. Unspezifisch und ohne konkrete Konzepte in ihren Programmen versäumen die Parteien wichtige Gestaltungsmöglichkeiten einer gezielten Arbeits- und Bildungszu-wanderung. Das ergibt eine Auswer-tung der Wahlprogramme durch das Institut für Weltwirtschaft Kiel.

Heute vor zwei Wochen ist die deutsche Evakuierungsaktion aus Afghanistan beendet worden – und Tausende Menschen harren nun in Verstecken aus, fürchten um ihr Leben und das ihrer Kinder. Andere sind bereits auf der Flucht. Deshalb fordern PRO ASYL und 55 weitere Organisationen die sofortige Fortsetzung der Aufnahme, darauf aufbauende Landes- und Bundesauf-nahmeprogramme und einen unbürokratischen Familiennachzug.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Good Practice

Auf der Internetseite der Caritas Niedersachsen können die Solidaritätsfotos hochgeladen werden.

Mitarbeiter:innen der Caritas-Migrationsberatungen in Niedersachsen haben eine Aktion gestartet, um Solidarität mit den bedrohten Menschen in Afghanistan zu zeigen: "Ein Schild der Nächstenliebe". Eine Idee, die auch im Rahmen der Interkulturellen Woche aufgegriffen und gut umgesetzt werden kann.

Die Symbole von Islam, Judentum und Christentum. Foto: shutterstock/Vladimir Melnik

Vielerorts gehören ökumenische Gottesdienste zu den Interkulturellen Wochen dazu, teilweise unter Beteili-gung von Gläubigen nichtchristlicher Religionen. Das wirft Fragen auf, wie diese in angemessener Weise beteiligt werden können. Wichtig ist die Sensibilität für die Situation vor Ort, die Absprache mit den Beteiligten sowie eine exakte Vorbereitung.

Die Ausstellung lädt dazu ein, genauer hinzuschauen. Foto: Gerburgis Sommer

Die Wanderausstellung "Schau mich an – Gesicht einer Flucht" lädt dazu ein, genauer hinzuschauen. Wer sind die Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen? Was hat sie in die Flucht getrieben? Wie geht "Fliehen" überhaupt? Und wie erleben sie ihre Ankunft in Deutschland? Gegen eine Gebühr kann die Schau ausgeliehen werden.

Andjela bewältigt ihre dunklen Erinnerungen mit ihrer Geige im Jugendsymphonieorchester.

Sechs junge Flüchtlinge treffen in einem Deutschkurs zusammen. Dort sollen sie lernen, wie man im Deutschen Träume und Wünsche ausdrückt, sind jedoch nicht wirklich bei der Sache. Zu sehr sind sie abgelenkt von dem, was sie wirklich beschäftigt: Dunkle Erinnerungen, Angst vor Abschiebung - oder einfach Liebe.

Die Sea-Watch 4 auf See. Foto: Chris Grodotzk

Der Film porträtiert das Engagement der evangelischen Kirche und ihres Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, ein zusätzliches ziviles Rettungsschiff zu schicken, um dem Sterben im Mittelmeer ein Ende zu setzen. Diese Initiative ist verknüpft mit der Forderung an die Europäische Union die staatliche Seenotrettung im Mittelmeer wiederaufzunehmen.

Angeführt wird das Festival von Little Amal, einer dreieinhalb Meter großen beweglichen Puppe. Foto: Nick Wall

Mit "The Walk" kommt  ein interkulturelles Event nach Deutschland, das in die Interkulturelle Woche integriert werden kann: ein reisendes Festival, das von Gaziantep nahe der türkisch-syrischen Grenze bis nach Manchester in Großbritannien führen wird. Vom 30. September bis zum 5. Oktober wird es durch Deutschland ziehen.

Videos

Video-Übersicht

Heinrich Bedford-Strohm, der Rats-vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, zur IKW 2021: "Hinter #offengeht steht eine große Vision: eine Gesellschaft, eine Welt, die offen ist für die Freude und die Nöte anderer. In der miteinander geteilt wird, wo Menschen mit offenen Augen und offenen Herzen Anteil nehmen an dem, was Mitmenschen widerfährt, seien sie nah oder fern."

"Offenheit ist eine Entscheidung, ein Wille, eine Haltung. Deswegen ermutige ich Sie, aufzustehen und der Vielfalt des Lebens, der Kulturen und Religionen mit offenen Augen und Herzen zu begegnen." Das sagt Christoph Sitba, der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, zur Interkulturellen Woche und zum diesjährigen Motto #offengeht.

"Um den Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft zu sichern, brauchen wir Orte, an denen Begegnung stattfindet und Vertrauen wachsen kann. Der Interkulturellen Woche gelingt es seit Jahrzehnten, genau solche Orte zu schaffen." Das sagt Metropolit Augoustinos von Deutschland, Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz, in seinem Statement zur IKW.

Hefteinträge

Das Mahnmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas im Großen Tiergarten in Berlin.
Antiziganismus

Sinti und Roma sind eine stark abgelehnte Minderheit in Deutschland. Dabei gehören sie zu jenen Volksgruppen, welche die europäische Kulturlandschaft maßgeblich mitgeprägt haben. Trotzdem herrscht in der Gesellschaft häufig allenfalls Halbwissen vor - und gerade deshalb sind Sinti und Roma ein Thema für die Interkulturelle Woche.

Rassismus / Diskriminierung

Warum tun sich Menschen in vielen Kirchengemeinden noch so schwer, in Situationen rassistischer Übergriffe Solidarität zu leben? Weiße Menschen genießen das Privileg, Rassismus nur aus Anschauung zu kennen. Alle Erzählungen weißer Menschen davon, wie auch sie einmal in der Minderheit waren und sich ausgegrenzt fühlten, greifen hier nicht. Denn Rassismus ist kein individuelles Erleben alleine, sondern eingebettet in eine gesellschaftliche Systematik.

Ein Beispiel stellvertretend für Viele: Der Verein IFNIS aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt. Foto: IFNIS
Vielfalt gestalten

Seit den 1970er-Jahren gibt es Migrant*innenselbstorganisationen in Deutschland. Bis ihre wichtige Rolle für das friedliche Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft anerkannt wurde, hat es lange gedauert - und am Ziel ist die Prozess noch lange nicht. Auch die Organisationen verändern sich und sind zunehmend auch in anderen Arbeitsgebieten abseits von Integration tätig.