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Aktuelles

Neue Flüchtlingslager an Europas Außengrenzen, direkte Abschiebung von Geflüchteten und die Möglichkeit von "Abschiebepatenschaften" – das sind nur einige Punkte, die im "New Pact on Migration and Asylum" der EU-Kommission unter Ursula von der Leyen vom 23.09.2020 stehen. PRO ASYL kritisiert das Vorhaben vehement und will es mit einer Petition stoppen. Über 15000 Menschen haben bereits unterschrieben.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, stellt auf ihrer Homepage Informationen in mehreren Sprachen zum Corona-Virus zur Verfügung, unter anderem zur Warn-App, arbeitsrechtlichen Auswirkungen, zu Reisebestimmungen und Grenzkontrollen, und zum mehrsprachigen Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen.

Der Freiheitspreis des Domstifts Brandenburg geht in diesem Jahr an Pfarrerin Beatrix Spreng aus Joachimsthal. Der Preis steht 2020 unter dem Thema "Demokratie leben – gegen den Populismus". Spreng engagiert sich seit über 25 Jahren gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, vor allem durch ihre Arbeit mit Jugendlichen. Unter anderem rief sie ein vielfach ausgezeichnetes Band-Projekt ins Leben.

Das interreligiöse Projekt "Weißt du, wer ich bin?" bekommt eine Neuauflage. Für die Projektphase 2020-2022 können sich Einzelinitiativen bewerben, die bis zu 15.000 Euro erhalten können. Mit dem Geld können bundesweit Projekte gefördert werden, die das friedliche Zusammenleben in Deutschland untereinander und die Integration neu Hinzugekommener auf der Basis des interreligiösen und interkulturellen Dialogs zum Ziel haben.

Die neuen Vorschläge der EU-Kommission für ein Migrations- und Asylpaket sollen einen Neustart in der zwischen den EU-Mitgliedstaaten festgefahrenen Debatte begründen. Der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prälat Dr. Martin Dutzmann, und der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe – Katholisches Büro in Berlin, Prälat Dr. Karl Jüsten, haben dazu aufgerufen, darüber eine konstruktive Debatte zu führen.

Ein Jahr nach dem antisemitischen Anschlag auf eine Synagoge in Halle, bei dem ein Attentäter am 9. Oktober 2019 zwei Passanten erschossen hat, warnt der  Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, vor zunehmendem Antisemitismus in Deutschland. "Antisemitismus ist ein Verbrechen an den Juden und darin immer auch ein Verbrechen gegen die Menschheit", so Bedford-Strohm.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Hefteinträge

Das Grußwort wurde verlesen von Beate Sträter, der stellvertretenden Vorsitzenden des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche. Foto: Blatt / ÖVA
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

"Eine Gesellschaft, die sich von den Werten entfernt, auf denen sie aufgebaut ist, kann nicht lange Bestand haben. Gemeinsam gegen den Hass anzugehen und den Hetzern mit Bestimmtheit und dem Selbstbewusstsein der Demokraten entgegenzutreten, ist die Aufgabe unserer Zeit." - Grußwort von Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, zum IKW-Auftakt.

Tag des Flüchtlings im Rahmen der IKW

Mit der Gründung von PRO ASYL im Jahr 1986 wurde auch der Tag des Flüchtlings ins Leben gerufen, der seitdem integraler Bestandteil der Interkulturellen Woche ist. Er findet immer am Freitag der Aktionswoche statt – 2020 ist der Termin der 2. Oktober. Der Aktionstag bietet die Gelegenheit, noch einmal besonders auf die Themen, Flucht, Asyl, Migration und Seenotrettung aufmerksam zu machen.

Junge Freiwillige desinfizieren die Straßen in einem überwiegend von Roma bewohnten Viertel der bulgarischen Stadt Varna.
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

In Zeiten der Corona-Pandemie tritt der allgegenwärtige Antiziganismus in Europa ganz besonders deutlich zutage. Wieder einmal werden Sinti und Roma pauschal diskriminiert, werden Angehörige der Minderheit als Seuchenträger ins Visier genommen und diffamiert, auch von staatlicher Seite. Solche Mechanismen sind nicht neu, vielmehr gab es sie schon vor Jahrhunderten, wie ein Blick in die Geschichte verrät.

Die EMRK wurde am 4. November 1950 in Rom von Mitgliedern des Europarats unterzeichnet.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verkörpert die Idee eines Europa der Menschenrechte. Was das Dokument wert ist und ob die große Idee Gültigkeit hat, lässt sich im Jahr 2020 jeden Tag an den europäischen Außengrenzen messen. Dort herrscht eine Realität für geflüchtete Menschen, die sich mit Not, Verzweiflung und Entrechtung umschreiben lässt.

Das International Welcome Center in Heidelberg.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die städtische Ausländerbehörde unter einem Dach mit dem Interkulturellen Zentrum – was auf den ersten Blick fast unmöglich erscheint, ist in Heidelberg seit über drei Jahren Realität. Dort eröffnete im Dezember 2016 in Gebäuden einer rehemaligen Tabakfabrik das "International Welcome Center" (IWC). Damit wurde eine deutschlandweit einmalige Institution geschaffen.

Videos

Video-Übersicht

Die zweite Folge unserer Video-Reihe "Interkulturelle Woche vor Ort" führt uns in die Bundeshauptstadt und dreht sich um die Frage "Wie funktioniert interkulturelle Begegnung?" Auf einer spannenden Tour durch zwei Berliner Viertel diskutieren die Journalistin Esra Karakaya und der Moderator Tarik Tesfu ihre Erfahrungen mit dem interkulturellen Zusammenleben.

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, zum Strategischen Rahmen der EU für die gleichberechtigte Teilhabe von Sinti und Roma: "Erstmals wird hier der jahrhundertealte Antiziganismus als die Ursache für Ausgrenzung und Stigmatisierung unserer Minderheit benannt und die Programme der EU zielen endlich auf die Ursachen der menschenunwürdigen Situation ab.“

Beim bundesweiten Auftakt der Interkulturellen Woche in München wurde im Kolping-Haus über das Thema "Bedrohte Demokratie!? - 40 Jahre nach dem Oktoberfest-Attentat" diskutiert. Martin Becher befragte die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız, Kristofer Herbers von der DGB-Jugend und den Journalisten Ulrich Chaussy.

Good Practice

Bei einem Fotoshooting wurden Bilder von Menschen angefertigt, die in Stralsund eine neue Heimat gefunden haben - zum Beispiel von Amadou aus Mauretanien. Foto: Jan Wasmund

Beim Kooperationsprojekt "Lichtblicke in der neuen Heimat – Bilder der Begegnung" sollten in der Stralsunder Innenstadt Räume geschaffen werden für interkulturelle Begegnungen im Alltagsleben. Eine persönliche Begegnung war in Corona-Zeiten nicht realisierbar, jedoch fanden die Organisierenden im Medium der Fotografie eine Lösung.

Zusammen mit vielen Kindern wurde der Wunschbaum im Theodor-Thomas-Park in Esens gepflanzt. Fotos: Klaus Händel

Eigentlich wird im Landkreis Wittmund in Ostfriesland jedes Jahr zum Höhepunkt der Interkulturellen Woche ein großes Fest gefeiert. Wie an so vielen Orten musste das 2020 aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Als Ersatz gab es eine Pflanzaktion in einem Park in Esens: Dort wurde ein "Wunschbaum" aufgestellt.

Vor der Aufführung hieß es für die jungen Darstellerinnen: Aufwärmen. Fotos: Nurijet Lopez Olivares

In Karlsruhe hat der Ökumenische Migrationsdienst im Rahmen der Interkulturellen Woche einen Theater-Workshop mit acht Mädchen aus einer Übergangsunterkunft für Neuzugewanderte organisiert. Fünf Tage lang übten die Darstellerinnen Mimik, Gestik und Körperhaltung und machten sich Gedanken zum Thema „Zusammenhalt“.

Gebet für Moria

Sabine Dreßler ist als Oberkirchenrätin bei der Evangelischen Kirche in Deutschland für Menschenrechte, Migration und Integration zuständig. Außerdem ist sie Mitglied im Ökumenischen Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche. Nach dem Brand im Lager Moria im September 2020 hat sie ein Gebet verfasst.

Nach dem "theoretischen" Teil der Veranstaltung wurde zusammen gekocht und gegessen. Foto: Diên Hông e. V.

Während der Interkulturellen Woche 2019 organisierte der Rostocker Verein Diên Hông - Gemeinsam unter einem Dach eine Aktion, bei der interkulturelles Miteinander und Nachhaltigkeit verbunden wurden. Der Titel der Veranstaltung, bei der auch gemeinsam gekocht wurde: "Alltag in Deutschland: Gesund essen und die Umwelt schützen".

Zum Autokino-Gottesdienst kamen die Besucher*innen in rund 150 Autos.

Die Corona-Pandemie hat zu einer Rückkehr des Autokinos geführt. Weil größere Veranstaltungen in geschlossenen Räumen nicht möglich sind, wird diese Art des Zuschauens plötzlich wieder modern. Und wo schon eine Bühne steht, da bietet es sich doch an, auch einen Gottesdienst zu veranstalten, dachte sich die Ev. Kirchengemeinde Bottrop.