Startseite

Aktuelles

2021 vergibt die Deutsche Bischofskonferenz zum vierten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis geht an die Initiative "Ostritzer Friedensfest". Die beiden zweiten Preise (jeweils 2.500 Euro) erhalten der Malteser-Integrationsdienst Wuppertal für das Projekt "Verlorene Orte" und die Gefängnisseelsorge im Bistum Fulda für das Musik-Projekt "Divine Concern".

Vor 70 Jahren - am 8. April 1951 - fand der erste Welt-Roma-Kongress in London statt. Er bildete den Startpunkt der Bürgerrechtsbe-wegung der Sinti und Roma. Zum Welt-Roma-Tag appelliert die Diakonie Deutschland an Politik und Zivilgesellschaft, ein klares Zeichen gegen rassistische Diskriminierung zu setzen. Dazu zählt auch der Antiziganismus. Denn Sinti und Roma erfahren immer noch Ausgrenzung - vielfach still akzeptiert.  

Am 31. März hat das Bundeskabinett die nicht rechtsverbindliche Arbeitsdefinition von Antiziganismus der Internationalen Allianz zum Holocaust-Gedenken (IHRA) angenommen, die am 8. Oktober 2020 beschlossen wurde. Deutschland ist das erste Land, welches die Arbeitsdefinition auch auf nationaler Ebene angenommen hat. Andere Staaten und zivilgesellschaftliche Organisationen sollen damit ermutigt werden, sie ebenfalls anzuwenden.

Übergriffe auf Muslim*innen haben in den letzten fünf Jahren zugenommen und sind aggressiver geworden. Jedoch nur 4 von bundesweit befragten 79 Beratungsstellen für Betroffene von Rassismus weisen eine spezifische Ausrichtung auf Betroffene von antimuslimischem Rassismus auf. Generell verfügen die Beratungsstellen über zu wenig personelle Ressourcen. Das ist ein zentrales Ergebnis der neuen Studie zu ”Beratungsangeboten für Betroffene von antimuslimischem Rassismus".  

Neue MIDEM-Studie zeichnet ein differenziertes Bild über die Bedeutung und Rolle von Migration und Integration in den Lehrplänen deutscher Schulen. Die Themen Migration und Integration haben in den Lehrplänen deutscher Schulen Eingang gefunden, spiegeln allerdings die Realität der deutschen Einwanderungsgesellschaft nicht angemessen wider. Zu diesem Ergebnis kommt die neue MIDEM-Studie.

Wer nach Bildungsmaterialien gegen Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit sowie Gewalt und für Demokratie, Vielfalt wie auch Anerkennung sucht, hat es jetzt noch einfacher. Die Vielfalt-Mediathek (www.vielfalt-mediathek.de) des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) hat ihren Webauftritt vollständig überarbeitet, optimiert und nutzungsfreundlicher gestaltet.

Die Interkulturelle Woche 2020 findet statt

Hefteinträge

Das Grußwort wurde verlesen von Beate Sträter, der stellvertretenden Vorsitzenden des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche. Foto: Blatt / ÖVA
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

"Eine Gesellschaft, die sich von den Werten entfernt, auf denen sie aufgebaut ist, kann nicht lange Bestand haben. Gemeinsam gegen den Hass anzugehen und den Hetzern mit Bestimmtheit und dem Selbstbewusstsein der Demokraten entgegenzutreten, ist die Aufgabe unserer Zeit." - Grußwort von Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, zum IKW-Auftakt.

Tag des Flüchtlings im Rahmen der IKW

Mit der Gründung von PRO ASYL im Jahr 1986 wurde auch der Tag des Flüchtlings ins Leben gerufen, der seitdem integraler Bestandteil der Interkulturellen Woche ist. Er findet immer am Freitag der Aktionswoche statt – 2020 ist der Termin der 2. Oktober. Der Aktionstag bietet die Gelegenheit, noch einmal besonders auf die Themen, Flucht, Asyl, Migration und Seenotrettung aufmerksam zu machen.

Junge Freiwillige desinfizieren die Straßen in einem überwiegend von Roma bewohnten Viertel der bulgarischen Stadt Varna.
Bedrohte Räume der Vielfaltsgesellschaft

In Zeiten der Corona-Pandemie tritt der allgegenwärtige Antiziganismus in Europa ganz besonders deutlich zutage. Wieder einmal werden Sinti und Roma pauschal diskriminiert, werden Angehörige der Minderheit als Seuchenträger ins Visier genommen und diffamiert, auch von staatlicher Seite. Solche Mechanismen sind nicht neu, vielmehr gab es sie schon vor Jahrhunderten, wie ein Blick in die Geschichte verrät.

Die EMRK wurde am 4. November 1950 in Rom von Mitgliedern des Europarats unterzeichnet.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verkörpert die Idee eines Europa der Menschenrechte. Was das Dokument wert ist und ob die große Idee Gültigkeit hat, lässt sich im Jahr 2020 jeden Tag an den europäischen Außengrenzen messen. Dort herrscht eine Realität für geflüchtete Menschen, die sich mit Not, Verzweiflung und Entrechtung umschreiben lässt.

Das International Welcome Center in Heidelberg.
Flucht und kommunale Handlungsmöglichkeiten

Die städtische Ausländerbehörde unter einem Dach mit dem Interkulturellen Zentrum – was auf den ersten Blick fast unmöglich erscheint, ist in Heidelberg seit über drei Jahren Realität. Dort eröffnete im Dezember 2016 in Gebäuden einer rehemaligen Tabakfabrik das "International Welcome Center" (IWC). Damit wurde eine deutschlandweit einmalige Institution geschaffen.

Videos

Video-Übersicht

Was ist intersektionale Diskriminierung? Das erklärt Emilia Roig, Gründerin des Center for Intersectional Justice, in diesem Video. Frau Roig war auch Referentin bei unserer bundesweiten Vorbereitungstagung am 19. und 20. Februar 2021. Über ihr neues Buch "Why We Matter" spricht sie in Interviews im Deutschlandfunk und mit dem Magazin Edition F.

Bei der bundesweiten Vorbereitungstagung zur Inter-kulturellen Woche 2021 diskutierten am 20. Februar 2021 Marie von Manteuffel (Ärzte ohne Grenzen), Günter Burkhardt (PRO ASYL) und Gerald Knaus (Migrationsforscher) über "Asylpolitische Perspektiven für Deutschland und Europa". Moderation: Pitt von Bebenburg (Frankfurter Rundschau).

Für die dritte Folge unserer Reihe "Interkulturelle Woche vor Ort" haben wir die Moderatorin Mo Asumang und die Lehrerin Zara Demet Altan bei einem Gespräch über Rassismus, Migration und Flucht begleitet. Asumang hat sich in ihrem Film Die Arier Begegnungen mit Rechten ausgesetzt, Demet Altan hat gemeinsam mit ihren Schüler*innen den Film "Frühlingskinder" umgesetzt.

Good Practice

Das Buch ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule Magdeburg-Stendal und des Deutsch-Marokkanischen Kompetenznetzwerks (DMK).

Mit dem Buch- und Veranstal-tungsprojekt "Deutsch-Marok-kanische Lebenswege – Geschichten über das Suchen, Ankommen und Engagieren" sollen Menschen mit einer marokkanischen Einwander-ungsgeschichte eine Stimme bekom-men. Das Buch umfasst 32 Beiträge in Form von Selbst-Portraits, Interviews, Gedichten und Kurzgeschichten.

Sarah Vecera von der Vereinte Evangelische Mission Essen trug einen Poetry Slam vor. Screenshot © VEM

Verschiedene evangelische Landeskirchen und die Vereinte Evangelische Mission veranstalteten am 21. März 2021, dem internationalen Tag gegen Rassismus, einen digitalen Gottesdienst von BIPoC- (Black, Indigenous, People of Color) Menschen auf YouTube. Eine gute Anregung auch für die Interkulturelle Woche.

Said Rezek (stehend) bei einem Workshop in einer Schule. Foto: privat

Said Rezek ist Politikwissenschaftler, Trainer und freier Journalist. In seinem 2020 veröffentlichten Buch "Bloggen gegen Rassismus - Holen wir uns das Netz zurück!" beleuchtet er die rechte Szene im Netz und zeigt den Leser:innen, wie sie sich gegen Rassismus und für eine vielfältige Gesellschaft im Netz engagieren können.

Das Kunstwerk in der Münchner Frauenkirche. Foto: Erzbischöfliches Ordinariat München / Hendrik Steffens

Anlässlich des 40. Jahrestages des Oktoberfestattentats wurde beim bundesweiten Auftaktgottesdienst zur Interkulturellen Woche am 27. September 2020 in der Münchner Frauenkirche das Kunstwerk "Der gesprengte Ring" erstmalig präsentiert. Die Skulptur kann ab sofort ausgeliehen, die Idee aber auch adaptiert werden.

Oberkirchenrätin Sabine Dreßler gestaltete bei der bundesweiten Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche am Samstag, 20. Februar 2021, eine Morgenandacht. Dreßler arbeitet bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Bereich Menschenrechte, Migration und Integration.

Segen für Geflüchtete von Thorsten Leißer.

In einer kreativen Schreibwerkstatt für die Organisation United4Rescue sind Psalmen, Textcollagen und mehr für Gottesdienste und Andachten in der Passions- und Fastenzeit entstanden. Sie können auch für Veranstaltungen mit Bezug zum Thema Flucht im Rahmen der Interkulturellen Woche genutzt werden, etwa am "Tag des Flüchtlings".